8 Gründe, warum ein BMW M2 ein sehr gutes Winterauto ist

BMW M2 Schnee

Wer mein Tagebuch zum M2 Kauf gelesen hat, weiss unterdessen, dass sich der BMW M2 F87 gegenüber manch anderen, sportlichen Autos z.T. mit Allrad durchgesetzt hat. Die Gründe sind ebenfalls im erwähnten Tagebuch-Artikel nachzulesen. Doch es war mir auch klar, dass der M2 mein Ganzjahresauto werden wird und auch bei Winter und im Schnee ordentlich fahren sollte. Wird dieser Plan aufgehen?

BMW M2 Schnee

Nach den ersten Meldungen zu Schnee und Eis, habe ich Ende November die schönen 19-Zoll-Schmiederäder gegen 18-Zoll-Felgen mit Winterbereifung getauscht. Einige Tage danach war die, relativ schneefreie, Region in der ich lebe (‎403 m ü. M.), auch schon unter weissem Driftpulver begraben. Also raus und testen.

BMW M2 Schnee

Nach dieser Testfahrt und einigen weiteren Fahrten im Schneegestöber, immer mit der Erinnerung an Vergleichsfahrten im Schnee von anderen Fahrzeugen (Nissan GT-R, Maserati Ghibli S Q4, Macan GTS, BMW i8) war klar, dass ich diesen Artikel hier schreiben muss, um euch zu zeigen, wie sehr ihr die Vorurteile zu M-Sportwagen und Schnee bei Seite legen solltet.

BMW M2 Schnee

Hier sind 8 Gründe, warum ein BMW M2 ein sehr gutes Winterauto ist:

  1. Aktives M Differenzial: Die elektronisch geregelte Lamellensperre optimiert die Traktion und Fahrstabilität. Wie funktioniert das? Sensoren ermitteln unter Einbeziehung der Fahrstabilitätsregelung «DSC» Lenkwinkel, Gaspedalstellung, Bremsdruck, Motordrehmoment, Raddrehzahlen und Gierrate. Aus dieser Analyse der Fahrsituation erkennt das Steuergerät Traktionsverlust und errechnet die optimale Sperrwirkung, die über einen Elektromotor eingestellt wird. Auf Schnee ist jedes M-Fahrzeug mit dieser Funktion somit jedem BMW mit Heckantrieb ohne Sperre deutlich überlegen.
  2. Balance: Um die perfekte Balance des M2 spüren zu können, muss man ihn bei Trockenheit oder bei Nässe nahe am Grenzbereich oder sogar im Grenzbereich bewegen. Auf Schnee ist das nicht nötig. Schon wenig Schnee genügt, um den Fahrer spüren zu lassen wie perfekt ausbalanciert der kleine M ist.
  3. Versteckter „Traction-Modus“: Im Comfort- und Sportmodus versucht der M2 bei Schnee möglichst ohne Schlupf zu fahren, regelt sofort sämtliche Kraft für möglichst gefahrloses Vorankommen. Sport+ sorgt für ordentlich Schlupf, ist jedoch für den feinen und gefühlvollen Tanz auf Schnee fast etwas zu „scharf“. Ideal für Schnee: Der hinter dem DSC-Knopf versteckte „Traction-Mode“. Ein kurzer Druck auf die DSC-Taste lässt die Leinen der Fahrstabilität länger werden, ohne Gaspedal, Lenkung und andere Attribute übermässig hart wirken zu lassen. Alternativ geht natürlich auch „DSC off“, also das Fahren ohne Helferlein, aber das empfehle ich nur wirklich geübten Piloten.
  4. Nicht schneller als Allrad aber mehr Spass: Viele Allrad-Autos setzen auf eine konventionelle 50/50 Verteilung der Kraft, das mag einem schnell voranbringen, ist aber zum Gähnen langweilig. Ausnahmen wie der Maserati Ghibli S Q4 oder Porsche Macan GTS haben uns das Gegenteil bewiesen, indem sie einen Grossteil der Kraft nach Hinten schicken. Leider ist das aber noch nicht bei jedem Allradauto so.
  5. Die Wahrnehmung der Physik: Unfallstatistiken zeigen, dass Fahrer von Allradautos auf Schnee und Eis oft den Bremsweg ihres Fahrzeuges überschätzen, weil sie ähnlich stark beschleunigen können, wie auf Nässe, aber dann vor der Kurve plötzlich merken, dass Allrad bei rutschigem Untergrund leider nicht die Bremswirkung verstärkt. Bei einem reinen M-Heckantrieb-Fahrzeug bekommt der Fahrer schon bei der Beschleunigung ein klares Feedback über die Griffigkeit des Untergrunds und wird so auch gleich auf die rutschigen Verhältnisse harmonisiert.
  6. Der Kaltstart: Der Kaltstart hört sich bei eisigen Temperaturen einfach nochmal viel besser an. Zudem kann man das Fahrzeug nur kurze Zeit irgendwo abstellen und es bereichert einem erneut mit einem voluminösen Kaltstart. Herrlich!
  7. Optik: Der Farbton „Long Beach Blue“ setzt einfach einen wunderschönen Kontrast zu einer verschneiten Winter-Landschaft. Nicht objektiv genug? Naja, dann weiter zum nächsten Punkt.
  8. Handschaltung im Vorteil: Wenn die letzten Prozente an Feingefühl gefragt sind, die für den Unterschied z.B. beim Anrollen an einer leichten Steigung zwischen durchdrehenden Rädern und problemlosem Anfahren hinkriegen, ist eine Handschaltung ganz klar im Vorteil. Durch den manuell-fühlbaren Schleifpunkt der Kupplung ist das letzte Quäntchen Kontrolle beim Fahrer und nicht bei einem digitalen DKG-Steuergerät.

2 Kommentare

  • Danilo Zobel sagt:

    Hi! – Apropos Vorurteile…
    Als ausgesprochener Fan des Heckantriebes im Allgemeinen und des von BMW im Besonderen möchte ich mal ein ähnliches, vielleicht noch weiter verbreitetes Vorurteil aus der Welt schaffen.
    Auch ohne Allrad ist ein BMW (mit Heckantrieb) für winterliche Straßen durchaus geeignet. Ich fahre seit Jahr und Tag sehr gut damit…!

  • Santos sagt:

    Lieber Andreas

    Toller Bericht und macht gewissen Lesern auch die Augen auf.
    Auch ein Gutes Beispiel –> Mercedes CLS 63 AMG (ohne Sperre), die kommen beispielsweise nicht vom Fleck.

    Habe das hier noch im Netz gefunden:

    BMW ohne Sperre: (Auch schon älter)
    http://youtu.be/CAUqxbnXOBI

    Und mit Sperre:

    http://youtu.be/ad-1ox-WDM4

    Die neuen von BMW ist da garantiert noch schärfer und weiterentwickelt.

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