8 Tipps für deine erste Nürburgring Touristenfahrt

8 Tipps für deine erste Nürburgring Touristenfahrt

Wir geben dir 8 Tipps für deine erste Nürburgring Touristenfahrt. Die Nürburgring Nordschleife ist absolut einzigartig, aber auch nicht ohne Grund die gefährlichste Rennstrecke der Welt. Besonders für Neulinge gibt es da einige Stolpersteine, obwohl es eigentlich ganz einfach scheint: An festen Terminen steht die Strecke für „Touristenfahrten“ offen und jedermann (Führerschein vorausgesetzt) kann sie mit einem PKW oder dem Motorrad befahren. Dazu haben wir dir acht Einsteiger-Tipps für deine ersten Nürburgring Touristenfahrten vorbereitet:

  1. Öffnungszeiten & Anfahrt
    Generell wird zwischen Nürburgring GP und Nürburgring Nordschleife unterschieden, die GP Strecke ist bekannt aus der Formel 1 und der DTM, während die Nordschleife, auch „Grüne Hölle“ genannt, für Touristenfahrten eine spezielle Zufahrt hat, die nicht an der GP Strecke liegt. Um an die Touristenfahrer Zufahrt zu kommen, lässt du dich am besten zu „In der Stroth / Zufahrt Nordschleife, 53520 Meuspath, Deutschland“ navigieren. Eine Übersicht über die Öffnungszeiten findest du unter diesem Link >>
  2. Preise & Tickets
    Obwohl die Nürburgring Nordschleife eigentlich Weltkulturerbe darstellt, zumindest für Autoliebhaber, sind die Tourirunden natürlich nicht umsonst. Die Tickets kannst du entweder vor der Reise online bestellen oder direkt vor Ort an der Zufahrt zur Nordschleife zu kaufen. Die bezahlten Runden gilt es dann vor jeder Zufahrt an der Schranke zu entwerten. Die Preise sind wie folgt: 1 Runde: € 29, 4 Runden: € 105, 9 Runden: € 220, 25 Runden: € 550, Saisonkarte: € 1.900. (Stand Mai 2016)Übrigens kannst du auch auf Vorrat kaufen, denn die Rundentickets sind unlimitiert gültig. Die Saisonkarte verliert allerdings am Jahresende Ihre Gültigkeit.
  3. Nordschleife erfahren lernen
    Die Nordschleife ist mit ihren 20,8 Kilometern Länge und unzähligen blinden Kurven keine gewöhnliche Rennstrecke, sondern sehr tückisch. Spannend an der Nordschleife: Gute Streckenkenntnisse kompensieren bis zu 300 PS Fahrzeugleistung. Versuch also auf einem Simulator wie Assetto Corsa, Project Cars, Forza 5 oder im Notfall halt Gran Turismo, dir die Kurven, Kuppen, Senken und Besonderheiten der verschiedenen Abschnitte einzuprägen. Du wirst sehen, schon alleine zu wissen, was hinter der nächsten Kurve auf dich wartet, wird dir helfen sicherer und sportlicher unterwegs zu sein. Falls du keinen PC oder keine Konsole zu Hause hast, gibt es auch die Möglichkeit über Onboard-Videos bei YouTube einen Einblick auf die Strecke zu bekommen. Ein Beispiel dazu:
  4. Wenig Verkehr hilft auf den ersten Runden
    Auf der Nordschleife gelten während den Touristenfahrten die normalen, in StVO und StVZO enthaltenen, Verkehrsregeln wie z.B. das Rechtsfahrgebot. So darf also nur links überholt werden und wenn du ein langsameres Fahrzeug bist, willst du, auch zu deiner eigenen Sicherheit, keinen Bremsblock darstellen. Während Touristenfahrten treffen vom Smart bis zum Porsche 911 GT3 RS alles aufeinander und das bedarf viel Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme gegenüber anderen Fahrern. Schau also oft in deinen Rückspiegel und unterschätze nie was du da siehst. So fährt z.B. der Ringmini, ein „alter“ hochgezüchteter MINI Cooper unglaubliche Rundenzeiten. Kommt also jemand angeflogen weicht das langsamere Fahrzeuge von der Ideallinie ab an die rechte Seite und lässt die schnelleren Fahrzeuge vorbeiziehen, um sich nachher wieder einzureihen. Es liegt also auf der Hand, dass du dir für einige ruhigere Runden idealerweise einige Tage in der Vor- und Nachsaison (März / April oder September / Oktober) aussuchst und versuchst das Wochenende zu meiden.
  5. Versicherung:
    Die Touristenfahrten werden nicht umsonst auch Terroristenfahrten genannt. Es treffen Touristen auf Hobbyrennfahrer, die in brachial schnellen Sportwagen auf der gefährlichsten Rennstrecke der Welt an ihren Rundenzeiten feilen. Da braucht es nicht viel, bis dem Einen oder Anderen das Talent und dann meistens auch der Platz ausgeht. Aus eigenem Interesse habe ich in einem früheren Artikel „Versicherungsschutz für Schweizer auf der Nürburgring Nordschleife“ die Rechtslage mit den grössten Schweizer Versicherungen zu Schäden während Touristenfahrten überprüft und musste hinnehmen, dass zumindest in der Schweiz angemeldete Fahrzeuge nicht durch ihre herkömmliche Vollkasko (auch mit Grobfahrlässigkeit) abgedeckt sind. Wie Versicherungen in anderen Ländern das angehen ist mir unbekannt. Als Tipp würde ich euch raten, dieses Thema kurz mit eurer Versicherung anzuschneiden. Für den Fall der Fälle gibt es eine Notrufnummer, die bei einer Panne oder einem Unfall angerufen werden muss: 0800 0302 112. Mehr Sicherheitshinweise findest du hier.
  6. Fahrzeugzustand:
    Kontrolliere dein Reifenprofil, Flüssigkeiten, Bremsen und Tankfüllung. Das sollte für eine gemütliche erste Runde reichen. Willst du dann etwas mehr, kannst du noch den Reifendruck etwas verringern und du wirst sehen, wie viel dynamischer dein Fahrzeug sich um die Kurven bewegen lässt. Bedenke jedoch, dass heutige Strassenfahrzeuge (reinrassige Sportwagen ausgenommen) nicht für den Einsatz auf Rennstrecken gebaut wurden. Somit sollte dir klar sein, dass sich deine Fahrzeugkomponenten wie Fahrwerk, Getriebe und Motor übermässig abnutzen werden. Ein Blick auf den Touriparkplatz zeigt nicht umsonst eine Ansammlung an hochgezüchteten und bis ins letzte Detail optimierte Sportwagen, an denen kaum eines dieser eben erwähnten Teile noch im Serienzustand ist. Fahre also dein Fahrzeug vorher etwas warm und nach der Runde wieder kalt. Besonders Turbomotoren und deine Bremsen sind dir dankbar, wenn du sie erst etwas abkühlen lässt.
  7. Schnapp dir einen Mentor:
    Im Parkplatz sind viele Nordschleifenverrückte anzutreffen und da alle dieselbe Leidenschaft haben, ist das eine nette, grosse Familie. Mein Tipp: Nutz deren Erfahrung und schnapp dir jemanden der schon oft in der Hölle unterwegs war und frag ob du eine Runde mitfahren darfst. Das hilft dir einen Einblick und vielleicht schon ein Gespür für einige gefährliche Stellen zu bekommen. Versuch einfach jemanden zu finden, der zusammen mit seinem Fahrzeug einen schnellen, aber erfahrenen und seriösen Eindruck macht.
  8. Sei Regenscheu:
    Setzt Regen ein, geh zum Devil’s Diner und bestell dir einen Burger. Der Asphalt auf der Rennstrecke fühlt sich bei Regen wie Glatteis an und das endet schnell unschön. Die Eifel ist berühmt für ihre spontanen Wetterbedingungen, die sich innert Minuten von Sonne zu Regen, Hagel oder spontaner Schneeschauer ändern können. Oft sind diese Wolken aber genauso schnell wieder weg, wie sie hier waren…

Hast du noch weitere Tipps für „das erste Mal“ Nürburgring Nordschleife selber fahren? Kommentier unten und wir werden den Beitrag mit deinem Input weiter ausbauen…

1 Kommentar

  • Klausmann Sven sagt:

    Ich würde, trotz aller vorbereitung ect beim ersten Mal einfach gemütlich und vorsichtig zu fahren. Am besten Rechts und mit eingeschaltenem Blinker. Ich hatte schon oft genug so möchtegern Profis, die zum erstenmal drauf waren und dann fast in der Leitplanke gesessen sind.
    Auf alle fälle wünsche ich allen, diw auf der grünen Hölle fahren viel Glück und viel Spass

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