Neuvorstellung: Hyundai i30 N

Sehr sehr viele kleine Vorschau-Häppchen hat uns Hyundai gezeigt, fast schon zu viele für meinen Geschmack, aber nun ist er da: Der neue Hyundai i30 N. Ein erster richtig scharfer Hyundai. Verspricht der Hersteller zumindest.

Stimmen denn die Zutaten? Durchaus. Das Modell kommt aus dem neuen Testcenter am Nürburgring, daher u.A. auch das N im Name und wurde auf der Nürburgring-Nordschleife abgestimmt und wir wissen, dass ein gute Abstimmung auf der Nordschleife auch ideal für kleine Landstrassen / B-Roads ist. Herzstück des i30 N ist ein 2,0-Liter-Benzindirekteinspritzer, der seine Fähigkeiten und seine Zuverlässigkeit 2016 und 2017 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Rahmen der Entwicklungsarbeiten unter Beweis gestellt hat.

Das Vierzylinder-Aggregat wird in zwei Leistungsstufen angeboten: mit 250 PS in der Basis-Version und 275 PS mit dem Performance-Paket. Das maximale Drehmoment beträgt 353 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist innerhalb von 6,4, in der Performance-Variante nach 6,1 Sekunden erledigt.

Der 2.0 T-GDI-Motor ist gekoppelt mit einem Sechsganggetriebe mit verkürzten Schaltwegen und verfügt über Rev Matching. Die Gangwechselerkennung, zuschaltbar über einen Druckknopf im Lenkrad, erhöht beim Schalten automatisch das Drehzahlniveau des Motors und ermöglicht so schnellere Schaltwechsel ohne Leistungsverlust. Dank eines speziellen Ventils im Auspuffstrang mit zwei Endrohren variiert die Akustik je nach Fahrprogramm und soll für tollen Sound sorgen.

Besonders viel Sorgfalt wendeten die Ingenieure bei der Entwicklung des Fahrwerks auf. Rund 10ʼ000 Kilometer machen die ausgiebigen Abstimmungsfahrten aus, die allein auf der Nürburgring-Nordschleife absolviert wurden. Das gegenüber den herkömmlichen i30-Modellen in allen Bereichen modifizierte Fahrwerk mit neu entwickeltem Frontantrieb, sehr direkt übersetzter, elektrisch unterstützter Servolenkung und 18 oder 19 Zoll Hochleistungs-Reifen bietet allerbeste Voraussetzungen, um den kompakten Fünftürer agil und präzise durch jeden Kurvenradius zu steuern.

Erstmals bei einem Hyundai Modell hierzulande kommt ein elektronisch geregeltes Fahrwerk zum Einsatz. Fünf Programme stehen dem Fahrer zur Verfügung: Eco, Normal, Sport und N sowie eine frei programmierbare Einstellung. Über zwei Knöpfe am Lenkrad werden neben der Charakteristik der Stossdämpfer auch diverse Parameter des Motors, die elektronische Stabilitätskontrolle, die Wirkung des Sperrdifferentials sowie Sound, Lenkung und Rev Matching beeinflusst.

Dass der i30 N geradezu gierig nach Kurven ist, verdankt er auch dem Einsatz eines elektronisch geregelten Sperrdifferenzials mit begrenztem Schlupf, hier bietet die Konkurrenz zum Teil mechanische Sperren, die noch einen Hauch besser arbeiten. Schade, hat Thierry Neuville, der den Entwickler mit Rat und Tat beigestanden ist, da nicht stärker darauf bestanden. Sperre hin oder her, dank einer Launch Control startet der i30 N im N-Modus automatisch mit optimaler Drehzahl.

Optisch kann man das bisher sportlichste Hyundai-Modell deutlich von seinen emotionslosen Brüder unterscheiden: Die tiefergelegte Karosserie wirkt schon im Stand kraftvoll und athletisch. Vordere und hintere Stossfänger sind speziell für den i30 N überarbeitet worden. Vorne prangt das N Logo sowie Einlagen in knalligem Rot. Die Scheinwerfer verfügen über eine schwarz eingefärbte Blende. Die seitlichen Lufteinlässe an der Front sind für eine verbesserte Bremsenkühlung vergrössert worden und werden vom horizontalen LED-Tagfahrlicht ergänzt. Aerodynamischer Feinschliff etwa durch eine ausgefeilte Luftführung hinter dem Kühlergrill reduziert Verwirbelungen rund um den Motor und in den Radhäusern.

Am Heck besticht der sportliche Auftritt neben den Doppelendrohren des Auspuffs durch eine dritte Bremsleuchte im Heckspoiler in Form eines Dreiecks. Rot eingefärbt sind auch die Kolben der Scheibenbremsen, die zudem ebenfalls das N Logo tragen. Den dynamischen Auftritt ergänzen schwarze Seitenschutzleisten und Aussenspiegel, die in hochglänzendem Schwarz lackiert sind.

Auch das Interieur präsentiert sich sportlich. Die schwarzen Flächen aus hochwertigem Kunststoff ergänzen Einlagen aus dunklem Metall. Für Carbon blieb wohl kein Budget übrig. Die neu entwickelten und auf Wunsch mit Leder bezogenen Sportsitze bieten weit mehr Seitenhalt als die Seriensitze. Auf den Kopfstützen ist das N Logo eingeprägt. Über diverse Tasten kann der Fahrer die Fahrprogramme wählen. Für den N Modus, die individuelle Auswahl und die Aktivierung des Rev Matching gibt es separate Knöpfe. Welche Parameter der Fahrer wählt, wird auf dem fünf oder in Verbindung mit Navigationssystem acht Zoll grossen Monitor in der Mitte auf dem Armaturenbrett angezeigt.

Leider verzichtet auch Hyundai nicht auf künstlichen Innenraumklang: Im Armaturenbrett sorgt ein elektronischer Soundgenerator für die Verstärkung des Motorenklangs. Aber es gibt auch Grund zur Freude: Spezielle Zusatzinstrumente enthalten z.B. eine Schaltanzeige, die Auskunft über den optimalen Schaltzeitpunkt gibt, der rote Bereich des Drehzahlmessers variiert je nach Fahrdynamik und Öltemperatur. Und alle Anzeigen werden von einer blau beleuchteten Linie umrandet. Zusätzliche Informationen liefert der Monitor: Eine G-Force-Anzeige etwa gibt Auskunft über die Beschleunigungskräfte, die auf die Insassen wirken. Zudem bietet der i30 N Android Auto und Apple CarPlay zur Einbindung von Smartphones ins Bordsystem sowie eine Ablagefläche für Smartphones mit kabelloser Ladefunktion nach dem Qi-Standard.

Ebenso gross wie seine sportlichen Tugenden schreibt der i30 N die Sicherheit. Deshalb bietet er alle Assistenzsysteme, die Hyundai für die Kompaktwagenbaureihe anbietet und setzt so einen Massstab auch in Sachen aktiver Sicherheit. Sowohl ein autonomer Notbremsassistent mit Fussgängererkennung, ein aktiver Spurhalteassistent als auch eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung sind ab Werk an Bord. Hinzu kommen ein Aufmerksamkeitsassistent, ein Toter-Winkel-Assistent und ein Fernlichtassistent. Verkehrszeichenerkennung und Querverkehrswarner hinten runden die aufmerksamen Helfer ab.

Ob Hyundais erster sportlicher Wurf gelungen ist und sich die Konkurrenz wie z.B. Peugeot 308 GTi, Ford Focus ST, Seat Leon Cupra oder sogar der kompromisslose Honda Civic Type-R fürchten müssen, können wir euch erst nach einem ersten Fahrbericht sagen. Leider sind ebenso noch keine Details zum Preis verfügbar.

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