Testbericht: Samsung Gear S2 Sport

Dank der Samsung Gear S2 war Weihnachten dieses Jahr schon früher. Samsung hat uns eine Samsung Gear S2 Sport zum Test überlassen und wir haben uns der Mission Smartwatch-Test sehr gerne angenommen. Ob sie auch nützliche Features für den Autoenthusiasten beinhaltet? Finden wir es heraus.

Doch zuerst einige Worte zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Armband-Uhren, denn im Gegensatz zu Andreas, dem anderen Redakteur dieses Blogs, bin ich überhaupt nicht Uhrenaffin. Ein nerviges Ding was am Handgelenk nur stört und dazu nur die Zeit anzeigt, was man nun ja sowieso auch auf Smartphone oder PC eigentlich immer sieht, war für mich bisher immer unnötig. Doch genau an diesem Punkt setzt die Samsung Gear S2 an. Sie kann deutlich mehr als nur die Zeit anzeigen. Doch beginnen wir mit dem Verpackungsinhalt.

Samsung Gear S2 Sport

In der Box befindet sich ausser der Gear S2 noch einen Netzstecker mit direktem Micro-USB Anschluss, ein Wireless-Charger, zwei verschiedene Bänder (eines in der Grösse S und eines in L) und eine Quick-Betriebsanleitung. So, jetzt aber zum Hauptdarsteller. Ein kurzer Tastendruck auf eine der zwei Tasten (obere für zurück, untere für Menü) und die Samsung Gear S2 fährt hoch. Das dauert gefühlte 10 Sekunden und danach benötigt die Gear S2 einen Master, mit der sie denken kann. Diese Rolle übernimmt ein Android-Smartphone in meinem Falle (sorry Samsung) ein HTC One M9+. Erst seit der S2 ist sie nun mit allen Android-Mobiltelefonen ab Android 4.4 und mind. 1,5 GB RAM kompatibel. Andere Mobiltelefone werden nicht (Blackberry) oder nur sehr eingeschränkt (iPhone) unterstützt.

Samsung Gear S2 (2)

Auf dem Smartphone muss die Samsung Gear App installiert werden, danach kann die Gear S2 mit ihrem Master per Bluetooth kommunizieren. Nach einem kurzen Software-Update, wie es bei Android-Geräten so üblich ist bei der ersten Inbetriebnahme, ist die smarte Uhr dann startbereit. Zeit in die Welt der Smartwatches eintauchen. Seit der ersten Generation bin ich davon fasziniert. Endlich kriege ich eine in die Hände oder besser gesagt, auf den Arm.

Auf dem Arm liegt die Gear S2 dank nur 47 Gramm Gewicht, 11,4 Millimeter Höhe und 42 Millimeter Durchmesser sehr angenehm. Im Gegensatz zur ersten Generation kommt die zweite Generation endlich mit einem runden Design und speziell die Sport Edition wirkt designtechnisch sehr harmonisch, schick und zurückhaltend.

Sie bietet ein Dutzend vorinstallierte Apps die ich sofort ausprobiere, wie S Health, S Voice, Wetter, Kalender, MP3-Player, Stoppuhr, Timer und viele mehr. Damit sind schon sehr viele Verwendungsmöglichkeiten abgedeckt, aber der Samsung Store biete noch viele weitere Apps an.

Ein Download-Tipp an dieser Stelle: Die Navigator App von Here (gratis). Während meinem Urlaub in Rom und einer Menge Fussgänger-Navigation-Sightseeing war sie ein sehr nützlicher Helfer um nicht dauernd das Telefon hervorkramen zu müssen, um die nächste Ansage der Fussgängernavigation sehen zu können. Sie kann auch Offline benutzt werden, vorausgesetzt man hat die „Here Maps“ App auch auf dem Smartphone installiert und das Kartenmaterial vorab heruntergeladen.

Samsung Gear S2 (3)

Das Super-Amoled Display mit einem Durchmesser von 1,2 Zoll ist mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixel knackscharf. Bei direkter Sonneneinstrahlung wechselt die Uhr in einen Outdoor-Modus bei dem die Display Helligkeit auf maximale Stufe hochgefahren wird und sich so alles problemlos auf der Uhr ablesen lässt. Clever Samsung. Gefällt. Die Bedienung ist hervorragend und äusserst intuitiv. Warum? Anders als ihre Konkurrenten kann man dank der sich drehenden Lünette in Kombination mit dem Touchscreen und zwei extra Tasten am Gehäuse der Uhr wirklich alles sehr einfach erreichen und genau mit diesem Punkt schüttet die Gear S2 Öl ins Feuer gegen die Apple Watch, bei welcher die Bedienung über den Touchscreen und das nervige Drehrad sehr umständlich ist. Bei der Samsung Gear S2 Sport Edition kann man über den Drehring flüssig in Karten hineinzoomen oder durch Wiedergabelisten scrollen. Insgesamt ist die Bedienung der Musikwiedergabe am Handgelenk vom Smartphone ein grosser Pluspunkt, denn insbesondere beim Sport, im Auto oder wenn das Smartphone nicht gerade in Griffweite liegt, lässt sich bequem den nächsten Song wählen, zwischen verschiedenen Alben und Wiedergabelisten switchen, sowie selbstverständlich auch die Lautstärke regeln.

Samsung Gear S2 (4)

Die Sport-Funktion ist sehr ausgeklügelt und erkennt selbstständig die Art wie ich mich bewege, ob normales Gehen oder Jogging. Die anderen Sport Aktivitäten, wie Radfahren, Wandern oder auch den Workout auf einem Crosstrainer müssen selbst eingestellt werden, da das Gerät diese leider nicht anhand der Bewegung selbstständig erkennen kann. Hat meine seine Sportart ausgewählt, kann anschliessend ein Trainingsziel basierend auf Dauer, Strecke oder Kalorien eingestellt werden und die Gear S2 meldet sich, sobald das Ziel erreicht wurde.

Wenn man sich über eine Stunde nicht bewegt, erinnert einem die Smartwatch daran sich zu bewegen und lobt, wenn man ihrem Aufruf folgt. Keine Angst, für alle Bewegungsmuffel ist diese Funktion natürlich auch deaktivierbar. Die aufgezeichneten Aktivitätsdaten können entweder direkt auf der Gear S2 angeschaut werden oder durch das „S Health“ auf dem Smartphone. Eine Besonderheit in Sachen Sportstracker ist der integrierte Pulsmesser mit der die Gear S2 vor, während und nach dem Training den Puls misst. Mit diesem Feature ist die Smartwatch definitv vielen Aktivitätstrackern einen Schritt voraus.

Schritte

Geladen wird die Samsung Gear S2 kabellos über einen Wireless Charger. Dabei wird sie über einen Magnet festgehalten und fängt bei der ersten Berührung direkt an sich aufzuladen. Die Akkulaufzeit hält bei mittelmässiger Nutzung etwa zwei Tage. Die ersten paar Tage habe ich die Uhr sehr intensiv benutzt und so war der 250 mA Akku schon nach etwa einem Tag entladen. Durch die Wireless-Charge Technik hat die Smartwatch keine Öffnung und ist somit komplett Wasserdicht. Das Wasser auf dem Display perlt einfach ab durch eine spezielle Beschichtung der Glasscheibe.

Samsung Gear S2 (6)

Wo ist nun also der Verwendungszweck für Autoenthusiasten? Wir sind ja nun mal OneMoreLap.com, ein Autoblog. Kann ich über meine Uhr meinem Fahrzeug befehlen, mich abzuholen? Nein. Zumindest noch nicht. Möglich wäre es wohl, aber die Strassenverkehrsordnung macht da nicht mit. Trotzdem bieten nun diverse Hersteller bereits Apps an um die Gear S2 mit dem Fahrzeug zu verbinden. So kann man sich mit der BMW i Remote App den Ladestatus, die Reichweite oder den Fahrzeugstandort anzeigen lassen. Weiter kann man sich zum Fahrzeugstandort navigieren lassen, überprüfen ob Fenster, Türen und Kofferraum geschlossen sind und sogar das Cockpit aufheizen oder runterkühlen.

Doch man braucht nicht unbedingt einen BMW i3 oder einen BMW i8. VW hat eine ähnliche App mit fast identischen Funktionen gebaut, die sich mit den neuesten VW Modellen verbinden lässt. Weitere Hersteller werden wohl bald folgen. In der Zwischenzeit ist aber schon die Musikfernsteuerung wenn z.B. das Telefon über AUX verbunden ist ein grosser Vorteil. Leider kann man die Uhr allerdings nicht als Freisprecheinrichtung für sein Telefon nutzen, obwohl man Anrufe annehmen und ablehnen kann. Das Telefonat geht dann weiterhin über die Lautsprecher & das Mikro vom Telefon und nicht der Uhr. Unpraktisch wenn das Telefon beim Autofahren in der Tasche oder im Kofferraum ist.

Nach dem einmonatigen Test bin ich durchweg begeistert von der Gear S2. Endlich eine intuitive smarte Uhr, die ohne gewagtes Design fasziniert. Die Sport Version gibt es in Dunkelgrau und in Silber ab 319.- Franken und die Classic mit Lederarmband für 349.-.

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