Volvo 850 Kombi im Tourenwagensport

Volvo 850 Kombi im Tourenwagensport

Vor 20 Jahren kehrte Volvo mit dem Volvo 850 Kombi auf die Rennstrecken Europas zurück. Anstelle von stromlinienförmigen Limousinen starteten im April 1994 zwei Volvo 850 Kombis in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft (BTCC) und leiteten eine erfolgreiche Ära im Tourenwagensport für Volvo ein, die ihren Höhepunkt 1998 mit einem Meistertitel fand.

Mit der ungewöhnlichen Idee mit einem Kombi zu starten, wollte Volvo beweisen, dass Praktikabilität und hohe Alltagstauglichkeit mit Fahrspass und Sportlichkeit einhergehen können, was den Schweden auch gelang. Die Kombis sorgten für hohe Aufmerksamkeit und verbesserten das Image von Volvo vor allem in Grossbritannien, auch wenn zunächst nicht alle überzeugt waren. „Als ich zur Weihnachtszeit 1993 bei Volvo und TWR unterschrieb, wusste ich noch nichts von den Kombi-Plänen. Hätte ich es gewusst, hätte ich möglicherweise gezögert“, erinnert sich Rickard Rydell, der einen der beiden Volvo 850 Kombis lenkte.

„Die Volvo 850 Kombis waren mit Abstand die grössten Fahrzeuge in der BTCC-Serie“, erinnert sich Rydell. „Unsere Konkurrenten, die mit ihrer Teilnahme vor allem ihr sportliches Image aufpolieren wollten, waren nicht gerade glücklich, sich mit einem Kombi zu duellieren. Es gab ein paar Sticheleien von den anderen Fahrern – aber das war kein Problem. Um sie zu ärgern, waren wir in einer Paraderunde mal mit einem ausgestopften Collie im Kofferraum unterwegs.“

Volvo 850 Kombi BTCC

Gemäss den FIA Class 2 Regularien mussten die Rennwagen auf einem Serienfahrzeug basieren. Die Karosserie durfte nicht verändert werden. Um möglichst spannende und enge Rennen zu haben, durften die Motoren jedoch maximal zwei Liter Hubraum, höchstens 8.500 Umdrehungen in der Spitze und ein Mindestgewicht von 950 Kilogramm für frontgetriebene Autos haben. Eine Aufladung war nicht erlaubt. Basierend auf dem serienmässigen 2,3-Liter-Fünfzylinder des Volvo 850 Turbo mit 225 PS (165 kW), entwickelten Volvo und TWR ein leistungsstarkes Renntriebwerk: zwar ohne Turbo und mit nur zwei Liter Hubraum, dafür aber mit rund 290 PS (213 kW).

In den folgenden beiden Jahren landete Rickard Rydell jeweils auf Platz drei der Fahrerwertung. Allerdings war er nur in seiner Debütsaison im Volvo 850 Kombi unterwegs und sattelte in den Folgejahren auf die Limousine um. Ab 1995 waren nämlich zusätzliche Spoiler am Heck erlaubt: Während diese sich auf den natürlichen Abtrieb eines Kombis nicht auswirkten, brachten sie zahlreiche Vorteile für Limousinen.

Volvo S40 Racing

Nach dem Volvo 850 eroberte 1997 der Volvo S40 den Motorsport-Zirkus; Rydell landete in der Premierensaison auf Platz 4, ein Jahr später gewann er damit sogar die Meisterschaft – Volvo war erfolgreich auf die Rennstrecke zurückgekehrt.

Heute ist Volvo im Motorsport eher unauffällig. Zwar sollen nun diverse Polestar Modelle die Produktpalette wieder sportlicher gestalten, allerdings sind die Modelle noch limitiert und weit davon entfernt den Platzhirschen Audi RS4 oder C63 AMG gefährlich zu werden.

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