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Fahrbericht: Cupra Ateca 300 4Drive

Der Seat Ateca Cupra heisst eigentlich nicht so, sondern nur nun “Cupra Ateca”.
Was dahintersteckt und wie er sich fährt, erzählen wir euch in diesem Artikel.

Doch beginnen wir von vorne. Cupra hat sich von einem Kürzel für sportliche Seat-Modelle zur eigenen Untermarke gemausert. Somit heissen die Modelle nun nicht mehr Seat Ateca Cupra, sondern halt eben Cupra Ateca. Erkennbar am neuen Cupra Logo, einem Mix zwischen einem Superhelden-Abzeichen und einer Fantasie-Kreatur, gehalten in einer Kupfer-ähnlichen Farbe.

Es scheiden sich die Geister an diesem neuen Auftritt, mir gefällt die Idee einer losgelösten Sportmarke. Ob ein SUV als erstes Modell die Marke allerdings genug stark etablieren kann, wird man sehen.

Doch rein in den Ateca und los. Der Motorstart funktioniert per Knopfdruck und der 2-Liter-TSI-Benziner mit vier Zylindern, Turboaufladung und Direkteinspritzung leistet 300 PS und 400 Nm Drehmoment. Gekoppelt mit einem 7-Gang- DSG-Getriebe sowie dem Allradantrieb 4Drive ist alles da, was auch der Kombi-Bruder Leon ST Cupra 4Drive an Bord hat.

Der Standardsprint auf 100 km/h wird in nur 5,2 Sekunden absolviert. Viel wichtiger: Im Gegensatz zum Kodiaq RS kommt im (kompakteren) Ateca dabei auch wirklich das Gefühl von sportlicher Fortbewegung auf. Bedingt durch die kompakten Abmessungen lenkt und wirkt das Fahrzeug nicht sonderlich hochbeinig. Die adaptive Fahrwerksregelung DCC (Dynamic Chassis Control) ist serienmässig an Bord und kann bei Bedarf noch etwas nachschärfen.

Schön dabei: In keinem Fahrwerksmodus will das Fahrzeug durch übertriebene Härte Sportlichkeit suggerieren, sondern dämpft wunderbar und ist im Alltag mit seinem „Comfort“-Modus ein stets angenehmer Begleiter. Die Brembo-Bremsen sind ebenfalls verlässliche Partner und auch die Vier-Rohr-Abgasanlage gibt einiges an Klang an die Aussenwelt ab. Soweit so gut also. Trotzdem überzeugt es mich irgendwie nicht. Warum ein hochbeiniger SUV und nicht den Leon ST mit seinen Vorteilen in der Aerodynamik, dem tieferen Schwerpunkt, der besseren Strassenlage und der direkteren Lenkung?

Ich konnte es nicht ergründen. Das Marktgeschehen allerdings scheint Seat Recht zu geben, der Hype um den Cupra Ateca ist momentan gross, die Bestellbücher voll und die Wartelisten sind lang.

Warum also ein SUV und kein Kombi? Das habe ich einige Cupra Ateca Besitzer gefragt und habe erstaunliche, wie auch simple Gründe als Antwort bekommen: Einerseits wollten Kunden nach drei oder vier Jahren Leon ST Cupra etwas „Frisches“ haben, andererseits waren es Details, wie die höhere Sitzposition oder die optionale elektrische Heckklappe (nicht lieferbar im Leon ST). Hauptgrund jedoch scheint die Optik zu sein.

Die Optik ist auch tatsächlich ein wichtiger Punkt. Jene des Ateca strahlt viel Selbstvertrauen und eine bullige, aber dynamische Präsenz aus. Weit mehr als jeder Seat bisher.


Beispiel gefällig? Im Design des „Quattro“ Schriftzuges von schnellen Audi RS-Modellen, der sich jeweils im unteren Teil der Frontschürze befindet, ist beim Cupra Ateca hier nun ein auffälliger „Cupra“ Schriftzug. Schwarze Bremssättel, die erwähnten vier Auspuffrohre und die 19-Zoll-Felgen runden zusammen mit vielen schwarz-glänzenden Details wie Dachreling, Aussenspiegel, Scheibenrahmen, Zierleisten, Räder, Heckspoiler, sowie Front- und Heckdiffusoren das wirklich schicke, aber sportliche Design ab.

Ein weiteres kleines, aber nettes Detail: LEDs in den Aussenspiegeln projizieren den Cupra Schriftzug und das Logo auf den Boden. Man glaubt es kaum, aber es sind kleine Details wie dieses, die in Käufer, die von einem Leon Cupra kommen, Begeisterung auslösen und sie später zu einem „Upgrade“ führen.

Innen sind es die fantastischen einteiligen (optionalen) Schalensitze, die wir schon vom Leon Cupra kennen und auch hier nun wieder gelobt werden müssen. Dazu etwas Alcantara und schon könnte man vergessen, dass sonst leider etwas zu viel Hartplastik im Cockpit verbaut wird.

Pluspunkt: Die kupferfarbenen Nähte korrelieren wunderbar mit dem Cupra-Logo und der volldigitale Tacho ist ebenfalls serienmässig an Bord. Schade hingegen: Im direkten Vergleich mit dem nun sehr modernen Tacho wirkt das Infotainment-Display deutlich schwächer aufgelöst und fast schon etwas angegraut.

Natürlich sind auch hier alle modernen Konnektivitätsdienste an Bord, diverse Assistenten (Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Stauassistent, Notfall-Bremsassistent, Spurwechselassistent und Distanzregler) entlasten den Fahrer, die “Beats”-Soundanlage ist ebenfalls gut, eine Kamera mit 360-Grad-Rundumsicht lässt keine Wünsche hinsichtlich der Übersichtlichkeit offen und die Ablagefläche mit induktivem Laden für das Smartphone ist ergonomisch genau am richtigen Ort.

Was bleibt also?
Für Dynamiker bleibt der sportliche Kombi Leon ST Cupra 4Drive weiterhin die bessere Wahl. Wenn es allerdings ein SUV sein muss, ist der Ateca Cupra mit seinem ansprechenden Design, dynamischen Klang und den verhältnismässig guten Fahrleistungen auch eine kaufbare Lösung.

Der Basispreis für den Cupra Ateca liegt bei CHF 48’500, unser Testwagen in “Nevada white metallic” mit optionaler Ausstattung bei CHF 55’037. Der Verbrauch lag im sportlichen Schnitt bei 9.7 Liter / 100 km.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Rodium Grey, Performance Brembo-Bremsen, Alufelgen 19″ Diamond machined silver (245/40 R19)

Mehr Impressionen:

  1. Für den wahren Sportfahrer und die viel zitierte «Onemorelap» ist der auslaufende Seat Leon Cupra R ST der eigentliche Geheimtipp. Er läuft zwar noch als Seat, ist aber ein waschechter Cupra: Sportauspuff mit Sound, Brembo-Bremsen, negativ-Sturz sowie ebenfalls das neue 7-Gang-DSG. Zudem ist auch er mit den kupferfarbenen Akzenten verziert. Gegen das niedrigere Gewicht und die bessere Aerodynamik hat der Cupra Ateca auf einer engen Landstrasse keine Chance.

    1. Hey Koray, schön von dir zu lesen. Ja absolut, das wäre auch meine Wahl im aktuellen Seat-Portfolio. Wie bei dir folgt dann auch noch ein Fahrbericht dazu. Gerne kannst du deinen Fahrbericht, sobald online, hier verlinken. Das erste Fragezeichen was der Leon Cupra R ST allerdings aufwirft ist, warum er nicht unter der Cupra-Submarke erschienen ist..

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