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BMW M3 Touring N24H: Der verrückte Aprilscherz, der jetzt beim 24h Nürburgring 2026 startet

Man kann es sich jetzt schon bildlich vorstellen. Es ist ein Uhr nachts in der Eifel. Der Nebel hängt tief in den Senken der Nordschleife, irgendwo knistert ein Lagerfeuer, und am Schwalbenschwanz steht eine kleine Gruppe Fans in dicken Jacken am Fangzaun. Der Geruch von frisch gegrillten Würstchen mischt sich mit nassem Gras, Benzin und einem Hauch verbranntem Gummi. Jemand hält einen Becher Bier in der Hand, jemand anderes starrt in die dunkle Waldschneise und wartet auf das nächste Auto.

Dann taucht er auf. Ein Rennwagen schlägt aus dem Kleinen Karussell heraus, das Fahrwerk poltert kurz über die Betonplatten, der Motor brüllt auf – und plötzlich knallt dieses Ding mit brutalem Sound Richtung Döttinger Höhe.

Ein Kombi. Ein BMW M3 Touring Rennwagen. Spätestens in diesem Moment werden die Fans am Zaun lachen, grölen, ihre Bierbecher hochreissen und sich freuen. Weil sie genau wissen: Das ist komplett absurd. Und gleichzeitig genau das, was Motorsport so grossartig macht.

Die Nackenhaare werden nicht nur stehen. Sie werden bei diesem Anblick abheben.

Wenn aus einem Aprilscherz plötzlich ein Rennwagen wird

Die Geschichte hinter diesem Auto ist fast noch besser als das Auto selbst. Alles begann am 1. April 2025. BMW M Motorsport veröffentlichte auf Social Media Bilder eines angeblichen BMW M3 Touring Rennwagens. Ein offensichtlicher Aprilscherz. Ein Kombi mit Rennkäfig, riesigem Flügel und der Anmutung eines echten GT-Rennwagens.

Eigentlich ein typischer Internet-Gag. Nur reagierten die Fans anders als erwartet. Die Kommentare unter den Bildern explodierten. Motorsportfans aus aller Welt schrieben praktisch dasselbe: Bitte baut dieses Auto wirklich. Die Idee eines Renn-Kombis traf offenbar einen Nerv. Die Mischung aus völliger Absurdität und gleichzeitig erstaunlicher Logik – schliesslich ist der M3 Touring ohnehin schon ein M-Bestseller.

Und irgendwo zwischen all diesen Kommentaren entstand offenbar ein Gedanke bei BMW. Was wäre, wenn man das wirklich macht? Im Sommer 2025 wurden aus dieser spontanen Idee konkrete Pläne. Ingenieure, die ohnehin schon mit der Plattform des M4 GT3 arbeiteten, begannen zu überlegen, wie sich ein Touring auf dieser Basis realisieren liesse. Und innerhalb von nur wenigen Monaten entstand tatsächlich ein echtes Rennfahrzeug.

Aus einem Internetwitz wurde Realität. Wow, diesen Mut (und den dazugehörigen Humor) hat kaum noch ein Hersteller heutzutage. Hut ab!

Ein GT3-Rennwagen mit Heckklappe

Unter der verlängerten Dachlinie steckt nämlich kein Showcar, sondern echte Renntechnik. Der BMW M3 Touring 24H basiert technisch weitgehend auf dem bekannten BMW M4 GT3 EVO, also auf einem reinrassigen Langstrecken-Rennwagen. Fahrwerk, Antrieb, Elektronik und Rennsysteme entsprechen im Kern dem GT3-Auto, das weltweit in Langstreckenserien eingesetzt wird.

Der Unterschied liegt in der Karosserie. Der Touring bringt eine völlig andere Silhouette mit als das Coupé. Die längere Dachlinie und das steilere Heck verändern die Aerodynamik deutlich, weshalb die Ingenieure das gesamte Heck neu ausbalancieren mussten. Besonders der Heckflügel spielt dabei eine zentrale Rolle, weil der Luftstrom über das Touring-Heck ganz anders abreisst als beim klassischen Coupé.

Auch an der Karosserie selbst wurden Anpassungen vorgenommen. Türen, Struktur und Innenraum mussten teilweise verändert werden, um die Renntechnik sauber unterzubringen. Im Cockpit selbst herrscht dagegen pure Rennwagen-Atmosphäre: Überrollkäfig, Rennlenkrad, Displaylandschaft und alles, was ein moderner GT-Langstreckenrenner braucht.

Mit anderen Worten: Unter dem praktischen Kombi-Dach steckt ein kompromissloser Rennwagen.

Vier Werksfahrer und ein sehr spezielles Projekt

Eingesetzt wird der Touring von Schubert Motorsport, einem Team, das in den vergangenen Jahren zu den stärksten BMW-Mannschaften im GT-Sport gehört hat. Am Steuer sitzen vier BMW-Werksfahrer, die genau wissen, wie man die Nordschleife bezwingt. Sie teilen sich das Cockpit über die 24 Stunden hinweg und müssen das Auto durch Verkehr, Wetterwechsel und die gnadenlosen Bedingungen der Eifel bringen.

Der M3 Touring startet dabei in der SPX-Klasse, also ausserhalb des direkten Kampfes um den Gesamtsieg. Doch genau das gibt dem Projekt eine besondere Freiheit. Es geht nicht zwingend darum, ganz vorne zu landen. Es geht darum, dieses Auto auf die Strecke zu bringen und den Fans etwas zu liefern, worüber sie noch Jahre später sprechen werden. Und genau darin liegt der Reiz.

Der kommende Publikumsliebling der Nordschleife

Wer schon einmal beim 24h-Rennen Nürburgring war, weiss: Es gibt jedes Jahr Fahrzeuge, die sofort Kultstatus erreichen. Nicht unbedingt, weil sie die schnellsten sind. Sondern weil sie Charakter haben. Weil sie anders sind. Der BMW M3 Touring 24H wird ziemlich sicher genau zu diesen Autos gehören.

Ein Renn-Kombi auf Slicks, mit riesigem Flügel und Werksfahrern im Cockpit – das ist schon auf dem Papier eine Mischung, die perfekt zum Wahnsinn der Nordschleife passt. Zwischen GT3-Monstern, Prototypen und Tourenwagen wirkt dieser Touring gleichzeitig völlig fehl am Platz und absolut richtig.

Und genau deshalb wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der grossen Publikumslieblinge des Rennens. Wenn nachts der Nebel durch die Wälder zieht, wenn irgendwo an den Campingplätzen noch Würstchen auf dem Grill liegen und die Fans am Zaun auf das nächste Auto warten, dann wird irgendwann dieser Kombi auftauchen.

Er wird aus dem Kleinen Karussell schiessen, mit brüllendem Motor Richtung Gerade beschleunigen, und irgendwo entlang der Strecke wird jemand lachen und sagen: „Das ist der beste Wagen im ganzen Feld.“ – nicht weil er unbedingt der Schnellste ist. Sondern weil er zeigt, was Motorsport im Kern ausmacht: Leidenschaft, ein bisschen Wahnsinn – und manchmal den Mut, einen Aprilscherz einfach Wirklichkeit werden zu lassen. Bravo BMW M! You built it!

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