BMW Art Cars Ausstellung in Singen

Museen sind langweilig? Mit der BMW Art Cars Ausstellung in Singen und den fünf ausgestellten Kunstwerken von Künstlern wie Andy Warhol, Jeff Koons oder A.R. Penck beweisen wir euch das Gegenteil. Bereit? Einsteigen und los.

Normalerweise langweilen mich stehende Fahrzeuge. Sitzproben, die Jagd auf Pressemappen, Notizbücher und Kugelschreiber während den Journalisten-Besuchertagen an grossen Automobilmessen überlasse ich den Anderen. Aber Moment. Ein Museum voller exklusiver Einzelstücke, jedes individuell von einem Künstler „bearbeitet“ und das alles für mich alleine? Das lasse ich mir nicht entgehen.

BMW Art Cars MAC Museum Singen

Das MAC Museum Art & Cars in Singen liegt fast direkt unterhalb der Festungsruine Hohentwiel, die auch als Entwurf für das erdfarbene und geschwungene Gebäude herhalten musste. Alleine über die Architektur, die Bauweise, die wohl einzigartige Belüftungstechnik und die Beleuchtung könnte ich einen eigenen Artikel schreiben, aber ihr lest das nicht der Architektur wegen, sondern wegen der Fahrzeuge. Genau das ist auch die Philosophie des überaus netten Stiftungsehepaars Maier. Sie lieben es, ihre Kunstleidenschaft mit exklusiven Fahrzeugen zu verbinden. Sympathisch!

BMW Art Cars MAC Museum Singen

Im ersten Raum wartet der BMW M3, Gruppe A aus dem Jahre 1987 von Michael Jagamara Nelson. Nelson ist einer der berühmtesten australischen Aborigines-Art-Künstler. Sieben Tage brauchte er um den M3 mit traditionellen Mustern und Erzählungen der Papunya-Kunst zu bemalen. Was für uns eher kryptisch und abstrakt wirkt, ist für Nelson die Interpretation von Tieren, Figuren und Orten der Traumzeit-Mythen aus der Vogelperspektive.

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Hinter der nächsten Tür warten gleich zwei Objekte, beginnen wir mit dem BMW Z1 aus dem Jahre 1991 von A.R. Penck: Was im ersten Augenblick nach einem Kindermalwettbewerb aussieht, entpuppt sich als die weltberühmten „Strichmännchen“ die aus einem langen Abstraktionsprozess enstehen und für A.R. Penck, dem deutschen Künstler mit dem bürgerlichen Namen „Ralf Winkler“, eine Art universale Zeichensprache darstellen.

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Das zweite Fahrzeug im Raum ohne Tageslicht sorgt für Kontrast: Ein BMW M3 GT2 aus dem Jahre 2010. Schon in Weiss würde der GT2-Renner durch seine sportlich knackige Aussenform faszinieren, doch die Folierung von Neo-Pop-Artist Jeff Koons macht den M3 zu meinem absoluten Lieblingsartcar. Die für Koons typisch knalligen Farben vermischt mit Linien, die den unaufhaltsamen Vorwärtsdrang symbolisieren, hat er aus Rennwagengrafiken und Darstellungen von Geschwindigkeit und Explosionen abgeleitet. Wenn man vor dem Art Car steht, spürt man eine unglaublich kraftvolle Dynamik, wie ich sonst noch nie bei einem Fahrzeug in unbewegten Zustand gespürt habe. Beeindruckend!

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Im nächsten Raum, der wieder mit Tageslicht wartet, folgt auch gleich das nächste Highlight. Der BMW M1, Gruppe 4 aus dem Jahre 1979 von Andy Warhol. Der wohl berühmteste Künstler der BMW Art Cars hat den legendären M1 in nur 26 Minuten mit einigen schwungvollen Pinselstrichen fertiggestellt. Er sieht hinter den leuchtenden, aber verschwommenen Farbflecken eine Interpretation der Eindrücke, die man während hohen Geschwindigkeiten wahrnimmt. Im Renneinsatz während den 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1979 erreichte das von Warhol gestaltete BMW Art Car mit den Fahrern Hervé Poulain, Manfred Winkelhock und Marcel Mignot den 6. Gesamtrang.

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Abschliessend gilt es noch den BMW 320 Gruppe 5 aus dem Jahre 1977 von Roy Lichtenstein zu bewundern. Lichtenstein gilt als der wichtigste Pop-Art-Künstler neben Andy Warhol und hat „seinen“ BMW 320 Gruppe 5 so kommentiert: „Mit den gemalten Linien wollte ich die Strasse darstellen, die dem Auto zeigt, wo es langgeht. Das Design zeigt auch die Landschaft, durch die der Wagen gefahren ist.“ Zusätzlich erkennt man auf dem Breitbau-3er, der wegen seiner Optik als „Flying Brick“ (fliegender Ziegelstein) bekannt wurde, den typischen „Lichtenstein-Stil“ mit schwarzen Konturen und vielen rasterartig aufgetragenen farbigen Punkten, die auf der Fahrerseite mit einem Sonnenaufgang und auf der Beifahrerseite mit einem Sonnenuntergang vermischt wurden – Lichtenstein’s Interpretation der 24 Stunden von Le Mans.

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Obwohl unsere Bilder, das eingebundene Video oben und meine Beschreibungen der Fahrzeuge sicher aussagekräftig sind, ich empfehle euch die Kunstwerke selbst zu besichtigen. Die Interpretation der gemalten Bewegung oder „bewegte Farbe“ wie auch der Titel der Ausstellung lautet, ist enorm individuell und ihr werdet merken, wie einzigartig die Dynamik der Fahrzeuge auf euch wirken wird. Im Obergeschoss greifen Bilder von Herbert Vogt das Thema Bewegung in vielen Facetten wieder auf und sind ein schöner Kontrast zu den Fahrzeugen.

gutschein_MAC

Wir haben für euch einen Gutschein organisiert, den ihr digital oder in gedruckter Form nach dem Museumsbesuch im hauseigenen Bistro vorzeigen könnt und einen Kaffee umsonst bekommt. Hört sich gut an. Ist es auch. Mehr Informationen zu den Öffnungszeiten, den Eintrittspreisen und mehr gibt es auf der Website von MAC Museum Art & Cars.

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