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Fahrbericht: MINI Cooper S Cabrio (2019)

Rückblende in den Juli: Die Schweiz wird von einer Hitzewelle erreicht. Im Testfuhrpark befindet sich ein MINI Cooper S Cabrio mit DKG.
Alles cool also?

Nicht ganz, denn die aktuelle Ausrichtung der Marke MINI sorgt bei mir für Empörung. Doch das haben wir im Artikel zum kommenden MINI JCW GP genug behandelt. Fokus auf das Cabrio bitte.

Genau 18 Sekunden dauert es, bis aus dem MINI Cooper S Cabrio ein oben-ohne Kultmobil wird. Egal wo ich während der Hitzewelle mit dem offenen Cooper S angerollt bin, überall wurde das Auto als Sympathieträger gefeiert. Obwohl ich sonst relativ emotionslos teste, war diese gute Laune sehr ansteckend.

Warum? Einerseits die überdurchschnittlich sympathische Aussenwirkung, andererseits aber auch der Motor, der mit 192 PS (0-100 in 7,2 Sekunden) und mit 280 Nm Drehmoment ab 1250 Umdrehungen pro Minute, wunderbar zügig aus dem Drehmomentkeller beschleunigt. Leider wirkt er im oberen Drehzahlbereich doch etwas zugeschnürt, doch das wird mit einem lustigen Turbozwitschern entschädigt. Das ist zwar künstlich beigemischt, wirkt aber im Rahmen des Gute-Laune-Image irgendwie sympathisch.

Der Klang ist trotz Ottopartikelfilter schön dumpf, garniert mit leichtem Nachbollern im Sportmodus. Alles gut also? Ja, soweit schon. Doch wir sind OneMoreLap und fahren auch gerne ein paar Kurven. Das mag der MINI halt nicht so. Er lenkt zwar zackig ein, aber was dann folgt ist eher ernüchternd.

Geschuldet den Runflat-Reifen und dem stattlichen Gewicht (fast 1’300 kg Leergewicht), ist vom Go-Kart-Feeling nicht mehr viel übrig. Dafür sorgt das adaptive Fahrwerk für einen Level an Komfort, den man bisher vermisst hat. Für alle Kurvenräuber empfehlen wir: Runflat weg und ein Gewindefahrwerk vom Tuner des Vertrauens vollbringt Wunder.

Denn: Die weiteren Grundzutaten wie Lenkung, Getriebe und Sitzposition überzeugen. Das neue 7-Gang-DKG macht einen super Job und passt perfekt zum nun sehr erwachsenen MINI-Charakter. Die Komponenten machen Spass und sind gleichermassen nicht nervig im staugeplagten Alltag. Diese Mischung ist heute selten geworden.

Ein weiterer Punkt, warum der MINI seine Rolle als Sympathieträger bestens erfüllt ist sein Aussen- und Innendesign. Beginnen wir mit einem Aussencheck. Unser Testwagen in «Starlight Blue Metallic» macht eine gute Figur. Oben-ohne und mit geschlossenem Verdeck.

Optional gibt es das Stoffverdeck als «MINI Yours» mit Union Jack, der ikonischen Nationalflagge des Vereinigten Königreichs Grossbritannien. Ebenso in dieser Form und auch optional sind die neuen Rückleuchten. Dazu schicke 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und fertig ist ein ikonischer Spassflitzer mit dem «gewissen Etwas». Randnotiz: Die Anbauteile in Chrom gibt es optional auch komplett in Schwarz.

Innen begeistert der MINI mit seiner optionalen Lederausstattung «Chester Malt Brown», die Oberklasse-Feeling aufkommen lässt. Leider wirkt das analoge Tacho-Element etwas veraltet, da hätte ruhig das digitale Panel vom BMW i3 Einzug halten dürfen. Ansonsten ist die Qualität gut und alle Funktionen logisch, aber positiv-aussergewöhnlich angeordnet.

Der Startknopf pulsiert, der «Always Open Timer» zählt die offen-gefahrenen Stunden und warnt bei ankommendem Regen. Gefällt. Interessant ist, dass sich das Verdeck, ähnlich wie ein normales Schiebedach, auch nur ein Stück nach hinten fahren lässt. Leider ist das Verdeck aber so konstruiert, dass es bei offenem Zustand, je nach Sitzposition, die Sicht nach hinten fast komplett verdeckt.

Die Windgeräusche sind bei geschlossenem Verdeck sehr zurückhaltend, dafür sind die Verwirbelungen bei geöffnetem Verdeck schon deutlich stärker als bei einem Roadster. Mit geschlossenem Dach können auch längere Autobahnfahrten ohne grosse Einbussen zurückgelegt werden.

Der siebte Gang des DKGs sorgt für ein tiefes Drehzahlniveau, der Verbrauch lässt sich mit zartem Gasfuss auf unter 6,5 Liter senken und sogar ein Abstandhaltetempomat für noch mehr Reisekomfort gibt es optional auch. Leider ist letzterer nicht bis zum Stillstand (z.B. Stau) nutzbar und nur kamerabasiert, während viele andere Systeme über einen Radar noch etwas präziser funktionieren.

Was bleibt also? Das MINI Cooper S Cabrio ist seit dem neuesten Facelift technologisch gereift, überzeugt mit seinem ikonisch-sympathischen Auftritt, gutem Komfort, ansprechendem Innenraum und wertigen Details. Nur bei der kurvigen OneMoreLap sehen wir Defizite. Die Preise und die Sonderausstattungen, wie beispielsweise das Verdeck mit Union Jack (Aufpreis: CHF 1’050), lassen uns etwas die Stirn runzeln. Doch ebenso hohe Rabatte, machen es uns schwer, das Pricing aktuell fair beurteilen zu können.

Der Basispreis für den MINI Cooper S Cabrio liegt bei CHF 36’600, unser Testwagen in “Starlight Blue Metallic ” mit optionaler Ausstattung bei CHF 55’830. Der Verbrauch lag im sportlichen Schnitt bei 7.4 Liter / 100 km.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
British Racing Green IV, 18″ Cone Spoke silber Felgen, Verdeck MINI Yours, Motorhaubenstreifen schwarz, entfall Modellschriftzug, Spiegelkappen schwarz, Piano Black Exterieur, adaptiver LED-Scheinwerfer

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