Fahrbericht: Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Braver Familienkombi? Diese Aufgabe soll ein anderes Modell im VAG-Konzern übernehmen. Welch ein Glück, wird der Cupra ST 370 davon verschont. Sein kantiges und damals schon sehr modernes Design, welches uns übrigens schon seit sechs Jahren begleitet, wirkt auch im Alter nicht ausgelutscht, denn über die Jahre wurden kleine, aber feine Änderungen vorgenommen. Was die Firma ABT für feine Änderungen hinterlassen hat, dazu kommen wir gleich und danach zu den Fahreindrücken.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Optisch wurde der Cupra nur dezent nachgewürzt. Neu sind eine Frontspoiler-Lippe, neue Seitenschweller und einen Heckdiffusor in Carbon. Am Heck wurde zusätzlich noch eine Sportauspuffanlage mit vier schwarzen Endrohren angebracht. Zusätzlich wird der Leon Cupra ST 370 by ABT serienmässig mit 19 Zoll Cupra R Alufelgen bestückt. Was dabei raus kommt, ist ein sehr stimmiges Gesamtpaket. Besonders mit der Farbe «urban silver», welche unser Testwagen trug kommen die eben erwähnten Carbon-Applikationen sehr gut zur Geltung.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Aber warum eigentlich by ABT? Nebst den dezenten optischen Veränderungen, wurde auch am Motormanagement ein ABT-Tuning vorgenommen. 70 PS mehr und insgesamt 460 Nm bei 1800-5500 U/min. Im Gegensatz zu den sportlichen Konzernbrüdern von Skoda & Volkswagen, werkelt hier leider immer noch «nur» das 6-Gang DSG. Doch wie fährt sich das neue Gesamtpaket mit etwas mehr «Schuss»?

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Beim Starten des Aggregates wird jeder enttäuscht, der auf ein prolliges Ballern der Auspuffanlage wartet, denn der Cupra startet völlig unaufgeregt. Auf den ersten paar Metern bleiben Überraschungen ebenfalls aus. Die Hardware ist ja weiterhin Serie. Im Alltag fällt die Leistungssteigerung also kaum auf.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Wer es jedoch wirklich wissen will muss den 2.0 Liter Turbo-Benziner ausdrehen. Erst jenseits von 4’000 Umdrehungen entfaltet sich ein spürbarer Unterschied zur Seriensoftware. Der Motor wirkt obenrum befreit und ausgelassen. So freut man sich bei jedem «Kickdown», wenn die Tachonadel in die höheren Gefilde aufsteigt und der Zusatzboost sich entfaltet.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Das Handling bleibt trotz Mehrleistung beherrschbar. Weiterhin stehen bei Grip und Bremsanlage genügend Reserven zur Verfügung und der Allrad ist zwar konservativ frontlastig, aber hilft besonders auf nassem Untergrund deutlich mit. Das Fahrwerk unterbindet starke Wankbewegungen und befindet sich eher auf der härteren Seite des Lebens, verschiedene Fahrmodi und Dämpferkennlinien hin- oder her.

Fahrbericht: Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Der Leon hat nach dem letzten Facelift ein volldigitales Cockpit bekommen. Normalerweise optional, kommt es in der ABT Version nun serienmässig. Es bietet eine gute Auflösung und hält uns die wichtigsten Informationen immer bereit. Drei verschiedene Anzeigen werden angeboten. Eine Anzeige zeigt das klassische Tacho-Layout, während zwei unterschiedliche Ausführungen modernere und abstraktere Versionen davon zeigen. Bei der klassischen Anzeige wurden die Geschwindigkeitsabstufungen für die Schweiz leider etwas unglücklich gewählt. Bei 120 km/h verdeckt der Zeiger die 130 km/h und man hat das Gefühl, man fährt schon 130 km/h.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Die sehr guten Sportsitze sehen nicht nur sportlich aus, sondern sind gut verarbeitet, aber bieten vor allem auch guten Seitenhalt für Fahrer und Beifahrer. Wer auch ab und an mal in den «Genuss» von Stau kommt, wird der Tempomat mit Distanzhalter und Start / Stop Funktion im Leon Cupra lieben. Er bremst bis auf 0 km/h herunter und fährt auch ohne Einwirken des Fahrers wieder los. Die Zeit im Stau lässt sich mit dem BeatsAudio Soundsystem wunderbar überbrücken. Es bietet ein gutes Klangerlebnis und kommt ebenfalls serienmässig im ST 370 by ABT.

Seat Leon Cupra ST 370 by ABT

Fakt ist, wer ein ähnliches Gesamtpaket mit Allradantrieb, diesem Platzangebot, Fahrdynamik und Optik sucht, muss woanders deutlich mehr Geld auf den Tisch legen. Unser Testwagen in urban silver lag bei CHF 53’905.-. Die Serienausstattung ist reichhaltig und der Basispreis liegt bei CHF 52’450.-. Einzig bei Details wie dem Fehlen einer elektrischen Heckklappe oder dem veralteten 6-Gang-DSG merkt man, dass Octavia und Golf Variant schon einen Hauch weiter sind.

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