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Roadtrip & Fahrbericht: Alpine A110 Pure – Nacht der Pässe

Wir haben die Alpine A110 Pure dahin gebracht, wo sie hingehört. In die Berge auf alpines Terrain. Ob das ein Heimspiel für sie wurde und wo die Unterschiede zur Première Édition stecken, erzählen wir euch jetzt.

Doch beginnen wir mit dem Ursprung der Idee zu der «Nacht der Pässe». Furka, Grimsel, Susten und wie sie alle heissen, sind super, doch an August-Wochenenden stets überlaufen. Wohnmobile, Fahrradfahrer, Motorradfahrer, Reiseverkehr und eben Sportwagenfahrer beanspruchen dann gerne viel Platz für sich und sorgen dementsprechend oft für einen Interessenkonflikt. Die Lösung: Frühmorgens, spätabends und nachts fahren, aber tagsüber ruhen. Hört sich bescheuert an, ist aber genial.

Es ist also nach 21 Uhr, wir starten von unserem Ausgangspunkt Obergoms. Erst der Grimselpass, dann der Sustenpass, dann die Tremola, also der alte Gotthardpass, gefolgt vom Nufenenpass. Ein kleiner Powernap und um 5 Uhr morgens direkt vor dem Frühstück Furkapass, Tremola und Nufenen.

Kein Verkehr, keine Schnarchnasen, nur einige Alpsteinböcke auf dem Nufenenpass frühmorgens. Frische Luft, eine epische Szenerie durch das Bergpanorama und die vereinzelten Sonnenstrahlen, die sich kurz nach 6 Uhr dann langsam durch die Wolken drücken.

Espressopause. Die Alpine macht sich wunderbar. Als «Pure» baut sie technisch auf der A110 Première Édition auf, kommt mit demselben 1,8 Liter Turbomotor, der 252 PS und 320 Nm an die Hinterräder überträgt. Sie fährt erfrischend gut, lenkt knackig ein, wirkt leicht und überhaupt nicht verkrampft-sportlich, sondern eher elegant geschmeidig.

Der Schrei nach mehr Leistung, steiferen Federn, festeren Stabilisatoren und breiteren Reifen ist nachvollziehbar, wenn man erst merkt, wie harmonisch das Chassis ist und durch die Fahrt in der Alpine Cup auch weiss, was da noch möglich wäre an Querdynamik. Wir freuen uns auf die kommende A110 S.

Grösster Unterschied von unserem aktuellen Testwagen zum Première Édition Testwagen von 2018 sind die Sitze. Statt den Sabelt-Sitzen, haben wir die 6-Wege-Komfortsitze an Bord, die zwar gut sind, aber gegen die «Pure» Philosophie verstossen und somit nicht meine Wahl wären.

Optisch ist die Alpine weiterhin der wohl schönste Sportwagen, den der Markt aktuell hergibt. Zumindest von vorne. Fein gezeichnet, ohne aggressive Linien und mit den modernen Neuinterpretationen von ikonischen Details wie der Scheinwerfer-Anordnung. Das Seitenteil und das Heck sind für mich je nach Einfallswinkel stimmig oder auch weniger stimmig. Ich bin mir nicht sicher.

Innen haben wir eine gute Ergonomie, ein wunderbares Lenkrad mit netten Schaltwippen, die aber noch etwas weniger «Weg» haben dürften. Das Infotainment und seine Bedienung ist mehr-schlecht-als-recht. Aber lassen wir das, es spielt Musik ab, kann teilweise auch navigieren, der Rest ist ja unwichtig.

Ja man verzeiht der Alpine gerne. Sie ist eines dieser Autos, die man für das Herz kauft und nicht für Prestige, die allerletzte Rille oder weil das Preis-/Leistungsverhältnis einfach gut ist. Nein. Sie ist viel mehr als das. Interessant ist auch, dass sie ein absoluter Publikumsliebling im Alltag ist, der mehr Daumen-hoch gezeigt bekommt, als alle RS-M-AMG-OMG-Testwagen der letzten 12 Monate zusammen. Das will etwas heissen.

Was bleibt also?
Wir geben der Alpine A110 auch als «Pure» die absolute Kaufempfehlung. Ein erfrischend sympathischer Sportwagen für Enthusiasten, die weit mehr fühlen und spüren wollen als pure Längsdynamik. Die Alpine ist genau das, was unsere Sportwagenwelt gebraucht hat. Ein kleines, leichtes und hochemotionales Sportauto, was sich für den Alltag und die sportliche Pässetour perfekt eignet, ob Tag oder Nacht.

Der Verbrauch lag im Schnitt bei 7,1 Liter / 100 km, lässt sich aber auf Wunsch bis auf 5,5 Liter absenken (Autobahn, Schweiz). Der Basispreis für die Alpine A110 Pure liegt bei CHF 62’700, unser Testwagen in “Blanc Irisé” mit optionaler Ausstattung bei CHF 70’897.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Bleu Abysse, Hochleistungsbremsen mit 320-mm-Bremsscheiben vorn und hinten, 18-Zoll-Leichtmetallräder von Fuchs geschmiedet, Bremssättel blau lackiert, Sportauspuffanlage

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