Suche

Jaguar F-Type P450 AWD 5.0 S/C Coupé “First Edition”

Wir testen den neuen F-Type P450 Allrad und schauen uns an, ob er, ähnlich wie sein Vorfacelift-Modell, auch weiterhin ein wunderbarer Kontrast zur Konkurrenz darstellt. Der Punk in einer Reihe Musterschüler?

Rein in die englische Stube, gestartet wird per Knopfdruck. Die Klappen vorher geöffnet, meldet sich der V8 klanggewaltig zu Wort. Etwas leiser als im R Coupé aus dem Jahre 2014, aber weiterhin deutlich über dem sonstigen Mittelwert für Sportwagen.

Neu gibt es auf Wunsch allerdings auch einen leisen Start mit geschlossenen Klappen. Wir rollen los. Der F-Type wird plötzlich ganz leise, obwohl die Klappen über den Auspuffknopf in der Mittelkonsole eigentlich geöffnet sind.

Nun gut, einige Kurven später und oberhalb von 3’500 Umdrehungen ist das Klangorchester zurück. Es bollert, scheppert, knallt und röhrt. Irgendwo zwischen obszön und V8-Klangvielfalt. Interessanterweise ist der F-Type unter der erwähnten Drehzahlgrenze so stumm, dass man fast vergessen könnte, dass man in einem Sportwagen mit V8 sitzt.

AMG löst das im GT C oder C 63 etwas feinfühliger, so dass man bei aktiviertem Klappenauspuff und leichten Gasstössen, ein voluminöses, aber gleichermassen nicht aufdringliches V8-Brummen hört.

Und wenn wir gleich beim Vergleich zum GT C sind: Beim AMG sitzt man mehr hinter dem Motor, während man beim Jaguar zwar auch dahinter sitzt, aber dazu auch noch im ersten Obergeschoss. Mag es an der Ergonomie liegen oder an der Fahrzeugkonstruktion, der F-Type ist mehr Grand-Tourer, während der AMG GT mehr Sportwagen ist.

Dazu passt auch die souveräne 8-Gang-Wandlerautomatik, das hohe Gewicht (1890 kg) und die Lenkung. Der Blick ins Datenblatt bestätigt das. Der 5.0 Liter V8 Kompressor mit 450 PS und 580 Nm schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h und eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 4,6 Sekunden.

Ist das schlimm? Nein, denn der F-Type ist ein fantastischer Grand-Tourer mit akustischem Feuerwerk in den oberen Drehzahlen. Über das Infotainment lässt sich der Dynamic-Modus mit Einstellungen für Motor, Getriebe, Lenkung & Fahrwerk individuell anpassen. Bestellt man ihn dazu nur mit Heckantrieb und nicht mit Allrad (wie in unserem Falle), hat man dazu noch ein richtig wildes Fahrverhalten.

Interessanterweise ist der P450 auch der einzige F-Type, bei dem sich V8 und Heckantrieb kombinieren lassen, denn die R-Version mit 575 PS gibt es leider nicht mehr mit puristischem Heckantrieb. Schade, denn der 550-PS starke Vorfacelift F-Type R war mit Heckantrieb eine Naturgewalt und liess Nervenkitzel und Adrenalin wunderbar verschmelzen. Da kam selbst der SVR AWD nicht heran..

Aussencheck. Die neue Front polarisiert. Eine Mischung aus Aston Martin Vantage und Mazda MX-5. Interessanterweise wirkt das neue Scheinwerferdesign in Realität deutlich ausgewogener als auf Bildern, aber auch da spielt die Perspektive eine grosse Rolle. Vorne und hinten gibt es neue LED-Scheinwerfer mit animierten Blinkleuchten im Wischeffekt. Ansonsten ist die klassische F-Type Silhouette weiterhin wunderschön kantig und muskulös.

Innen trifft man auf einen digitalen Tacho und eine aktualisierte Infotainment-Einheit. Beides soweit up-to-date, dazu wunderbare, zwölffach elektrisch verstellbare Sportsitze, hochqualitatives Leder und eine gute Verarbeitung. Das Kombiinstrument mit Infotainment-Einheit ist mit Alcantara verkleidet und mit einem Monogramm «Jaguar Est. 1935» verziert.

Was fehlt also zum perfekten GT-Fahrzeug? Nun eigentlich nicht viel. Der F-Type P450 lässt sich perfekt im Alltag bewegen, ist ausreichend gefedert, bietet ein tolles Musikerlebnis, ist technisch soweit aktuell mit Apple CarPlay und Assistenten wie einem Toten-Winkel-Spurassistenten oder einem Kollisionswarnsystem beim Rückwärtsfahren. Für mich fehlt allerdings ein adaptiver Tempomat.

Was bleibt also?
Der F-Type P450 V8 ersetzt den Sechszylinder in der Motorenauswahl und schafft somit eine günstigere Alternative zu 911 oder AMG GT. Das Facelift setzt an den richtigen Stellen an und verfeinert den F-Type weiter, ohne die den F-Type bezeichnende Soundcharakteristik zu eliminieren. Meine Wahl fiele auf den reinen Heckantrieb, der erfahrungsgemäss mit amüsanten Übersteuertendenzen begeistern kann.

Preis & Verbrauch
Der Verbrauch lag im Schnitt bei 10,9 Liter pro 100 km. Der Testwagen, der von Jaguar Schweiz zur Verfügung gestellt wurde, war in der Farbe Santorinischwarz lackiert und lag preislich bei CHF 128’840.-. Die Konfiguration für den F-Type P450 AWD startet bei CHF 73’500.-.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Aussenfarbe „British Racing Green“, Dunkel getönte Scheiben ab B-Säule, 20″ mit 6 Doppelspeichen, Gloss Dark Grey, Contrast Diamond Turned (Style 6003), Bremssättel in Rot (Bremsscheiben vorne mit 380 mm, hinten mit 376 mm Durchmesser), Panoramadach, Exterieur Black-Pack, Performance-Sitze in Windsor-Leder in Tan mit Interieur in Ebony/Tan

Mehr Impressionen:

1 Kommentar

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schliessen
Impressum & Datenschutzerklärung | Partner von: RINGLI.media © 2023. Alle Rechte vorbehalten.
Schliessen