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Fahrbericht: Audi A7 Sportback 50 TDI

Das Spektakel beginnt beim neuen Audi A7 Sportback 50 TDI schon bei der Entriegelung über den Schlüssel. Das Lichtspiel mit dem der Audi seinen Fahrer begrüsst, erinnert mich an K.I.T.T.  von Knight Rider, der damals auch mit einem roten Leuchtbalken von links nach rechts und zurück leuchtete.

Beim A7 Sportback beginnen die LED-Rückleuchten in der Mitte zu leuchten und arbeiten sich durch bis nach aussen und zünden dann noch die zweite Reihe an LEDs. Gefällt. Interessanterweise gleicht sich die Darbietung sehr der “Begrüssungs-Animation” des Peugeot 508. Die Animation des französischen Herstellers ist allerdings nicht so ausgedehnt und detailreich. Widmen wir uns doch erst einem kleinen Aussencheck.

Audi A7 Sportback 50 TDI

Bedingt durch das abfallende Heck, bildet sich eine sehr elegante Silhouette auf nicht ganz fünf Meter Fahrzeuglänge. Die durchgezogene Heckleuchte ist ein Trend, den viele Autobauer nun für sich entdeckt haben. Ob uns das gefällt? Nicht wirklich. Wo wir schon bei persönlichen Vorlieben sind: Die Aussenfarbe unseres Testwagens «Firmamentblau Metallic» unterstützt die elegante Präsenz des A7 auf eine nette Art und Weise. Vorne wird dieser Eindruck leider etwas getrübt. Zwischen den Voll-LED-Matrix Scheinwerfern fällt der Audi typische Singleframe-Grill in das Blickfeld. Soweit so gut also? Ja, leider nicht ganz..

Rechts und links neben den Audi-Ringen sind, etwas zu präsent, ein Radarsensor (links) und ein Laserscanner (rechts) angebracht. Wozu ist ein Laserscanner gut? Er liefert dem Steuergerät lediglich Objektdaten, ob irgendetwas auf der Fahrbahn vorliegt. Die Regelungsaufgabe hat aber immer noch der Radarsensor, der lediglich das System des adaptiven Tempomaten verbessert. Wir finden: Für einen kleinen technischen Vorteil eine ziemlich merkwürdige Einbusse bei der Optik. Obwohl wir auch sagen müssen, dass es bei unserem dunklen Testwagen ganz gut kaschiert wird.

Das Starten des Motors verläuft beim A7 Sportback 50 TDI viel sanfter als üblich. Warum? Es startet ein 48-Volt-Riemenstartergenerator. Ein herkömmlicher «Ritzelstarter» ist dennoch an Bord und übernimmt den Kaltstart. Besonders beim Einsatz der Start-Stopp-Funktion im Stadtbetrieb, kann der Riemenstartergenerator punkten. Durch die Optimierung des Systems funktioniert sowohl das Abstellen, als auch das erneute Starten des Motors butterweich und so schnell, dass es kaum nervige Verzögerungen gibt.

Dank der optionalen Akustikverglasung nimmt man den Start-Stopp Vorgang im A7 sowieso kaum noch wahr. Flüsterleise Unterhaltungen bei Tempo 180 km/h (natürlich nur in Deutschland) sind daher problemlos möglich. Der 50 TDI ist kein 5.0 Liter Diesel, sondern steht in der neuen und verwirrenden Nomenklatur von Audi für den altbekannten 3.0 TDI, der zusammen mit dem 8-Gang-Automatikgetriebe für 286 PS bei 3500 U/min und 620 Nm sorgt. Trotz 48-Volt-Bordnetz hat Audi keinen elektrischen Lader, wie im Audi SQ7 oder im Mercedes-AMG CLS 53, verbaut. Ein elektrischer Lader würde das Ansprechverhalten noch weiter verbessern.

Doch runter von der Autobahn und ab auf die Landstrasse, denn auch da muss sich die sportliche Limousine noch beweisen. Dank der Hinterachslenkung und dem Audi Sportdifferenzial (beides optional) lässt es sich zwar dynamisch, aber mit stets genügend Restkomfort durch die Kurven schweben. Lediglich die ausgeprägte Anfahrschwäche, die wir auch im VW Touareg vorgefunden haben, müssen wir auch beim A7 als negativen Punkt ins Lastenheft aufnehmen.

Im Inneren findet man ganze drei Bildschirme vor. Ein Bildschirm ist das bekannte Virtual Cockpit, welches als digitaler Tacho fungiert. Der zweite Bildschirm wird für Infotainment und Navigationssystem verwendet und ein drittes Display sorgt für die Bedienung der Klimaanlage, der Sitzheizung und der Möglichkeit von freier Text- oder Adresseingabe. Als weiteres Display gibt es optional auch noch ein Head-Up Display. Der Griff nach dem MMI Drehschalter geht ins Leere. Dieser wurde komplett eliminiert, was langjährige «Audianer» wohl erstmal etwas verwirren wird. Statt dem MMI Drehschalter mit Touchpad wird im neuen A7 bei Zieleingabe das untere Display zum Touchpad und man kann sich dort mit der Eingabe der Destination beschäftigen.

Unterhalb des Klimadisplays sind Sensortasten, wie Warnblinker, Heckscheibenheizung und der Audi Fahrmodi-Schalter untergebracht. Diese sind umgeben von gebürstetem Aluminium, welches sich im gesamten Innenraum wiederfindet. Gepaart werden die gebürsteten Aluminiumflächen mit pechschwarzem Klavierlack. Das schreit förmlich nach Fingerabdrücken und diese lassen leider auch nicht lange auf sich warten. Die Bedienung ist dafür kinderleicht und die Funktionen sind meistens logisch angeordnet. Die Materialanmutung und die Verarbeitung ist, typisch-Audi, auf höchstem Niveau. Ebenfalls lobenswert, aber mit über CHF 8’000 Aufpreis auch ein teures Kreuzchen in der Optionenliste, ist das Bang & Olufsen Advanced Sound System.

Audi hat den A7 an den Wandel der Zeit angepasst und technisch optimiert. Wirklich etwas zu kritisieren gibt es nicht, das Konzept ist rund und alles wirkt harmonisch, sobald man sich an die Display-Orgie und deren Bedienung gewöhnt hat. Allerdings bleibt der A7 in unseren Breitengraden wohl eine seltene Erscheinung, da die Käufer momentan mehr zu Kombi oder SUV tendieren. Der Verbrauch lag im Schnitt bei 6,9 Liter Diesel pro 100 km.

Unser Testwagen wurde von Audi Schweiz zur Verfügung gestellt, kam in «Firmamentblau Metallic» und lag preislich mit Sonderaustattung bei CHF 137’807.- CHF. Die Reise durch den Konfigurator beginnt mit der 50 TDI Motorisierung bei CHF 85’550.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Aussenfarbe firmamentblau metallic, Aluminium-Gussräder Audi Sport im 5-V-Speichen-Stern-Design 8,5 J x 21, Optikpaket schwarz, LED-Matrix (ohne Laserlicht) und S-line Exterieurpaket

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