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Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB im Porsche 911 Carrera 3.2 Targa (G-Modell) von 1988 – Das perfekte Autoradio für Young- und Oldtimer?

Die Musik kommt in einem Oldtimer, wie meinem Porsche 911 3.2 Targa aus dem Jahre 1988 von hinten. Einverstanden. Trotzdem will man als Liebhaber von guter Musik auch ein passendes, satt-klingendes Radio im Auto haben. Die verbaute Lösung, ein Becker Grandprix war weder zeitgenössisch, noch zeitgemäss und einfach nur schlecht. So begann die Ausschau nach einer Lösung, die auf dem heutigen Stand der Technik ist, aussieht wie ein Radio von 1988 und mit einfachen Mitteln verbaut werden kann.

Erst wollte ich das Porsche Classic Communication Management System PCCM einbauen, doch der Preis mit über 1’500 CHF war mir zu hoch, dazu finde ich das grosse 3,5 Zoll-Display nicht zeitgenössisch genug. Die Suche ging weiter und ich kam auf das Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB. Es kostet weniger als ein Drittel der Porsche Lösung. Zum Verwechseln ähnlich mit seinem Urahnen, dem Blaupunkt SQR 46, welches von 1986 – 1988 verbaut wurde und somit zeitgenössischer nicht sein könnte.

Die Lösung: das Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB
Die Neuinterpretation des beliebten 1-DIN-Autoradios von damals punktet nun aber mit Technik von heute. Beginnen wir mit einer farblich-anpassbaren Beleuchtung der Tasten und des Displays, einem FM Tuner, DAB+, zwei USB Eingänge, einem Aux-Eingang und einem SDHC-Slot für Speicherkarten. Ein Teil dieser Eingänge verbirgt sich unter der Klappe des ehemaligen Kassetteneinschubfachs, schön gelöst Blaupunkt.

Doch damit noch nicht genug, Audiostreaming via Bluetooth ist auch möglich, dazu kommt ein unauffällig anzubringendes Mikrofon zum ankleben, womit das Blaupunkt SQR 46 DAB dann auch zur kabellosen Freisprechanlage über Bluetooth wird. Nun, soweit so schick, gekauft ist das Ding.

Böse Überraschung mit gutem Ende beim Einbau in das Porsche 911 G-Modell
Nun zum Einbau. Redakteur René hat einen multimediatechnischen Hintergrund und sich bereit erklärt, dieses kleine Projekt zu unterstützen. Somit werden alle mitgelieferten Kabel ausgelegt, die Batterie wird abgeklemmt und der Einbau kann beginnen.

Als das alte Radio aus dem DIN-Schacht angehoben war, folgt die Ernüchterung. Einerseits war hier schon mal jemand am Werk, andererseits wurden Kabel wild durchs ganze Auto verlegt. Die gute Nachricht: Das G-Modell von 1988 ist etwa so löchrig wie ein Emmentaler-Käse, somit muss man kaum Dinge demontieren und kann einfach von unten am nach-hinten-offenen Armaturenbrett angreifen. Wir entfernen massenhaft Klebeband, knipsen Kabelbinder auf, entfernen einen nachträglich installierten CD-Wechsler, dessen Kabel über mehr als drei Meter vom Radio ganz nach vorne in den Kofferraum verlegt wurde, finden ein verwaistes Aux-Kabel und schlussendlich auch eine Endstufe unter dem Beifahrersitz, sowie nachgerüstete Sony-Lautsprecher in den Türen und weitere Nachrüst-Lautsprecher auf der Hutablage. Da wurde also schon investiert.

Nachdem der Kabelsalat etwas abgenommen hat, wir den Überblick wiederfanden, war klar: So schlimm steht es tatsächlich nicht um den Einbau von diesem neuen Radio. Denn die Upgrade-Speaker samt Endstufe sind bereits relativ modern und lassen sich einfach am neuen Radio einstecken. Dazu noch die DIN-Stecker Belegung anpassen und schon war der Einbau fast abgeschlossen.

Positionierung der neumodischen Zusatzmodule
Wir haben einen der USB-Eingänge unauffällig hinter dem Radio positioniert, so dass man da sein iPhone einstecken und aufladen kann, aber ohne das weisse Apple-Kabel auch kein USB-Anschluss im klassischen Cockpit zu sehen ist. Es folgten wieder einige Kabelbinder, eine paar Meter Klebeband und fertig war der Spass.

Kurz testen, bevor man es in den DIN-Schacht einschiebt und dann rein damit. Die geringe Einbautiefe ist beim G-Modell von Porsche nicht wirklich relevant, aber das mag für andere Young- und Oldtimer wichtig sein. Wir bringen DAB+ Antenne und Mikrofon für die Freisprechanlage versteckt an und ein Test zeigt, das reicht vollkommen aus. Die DAB-Scheibenantenne wäre zwar eigentlich an eine Scheibe anzukleben, doch das Kabel führt im 90-Grad-Winkel davon weg und ist somit alles andere als dezent.

Probehören und einrichten der Funktionen
Die Farben lassen sich erstaunlich individuell einstellen, so dass die «typischen» Interieurbeleuchtungsfarben wie Orange für BMW, Rot für Audi oder Grün für Volkswagen einfach erreichbar und fein-justierbar sind. Ich habe mich beim Porsche für ein helles Orange entschieden, so dass es mit der Instrumentenbeleuchtung übereinstimmt.

Über den USB-Anschluss verbunden, lädt sich das iPhone auf und die Musikbibliothek kann abgerufen werden. Unterteilt nach Interpreten, Album, Titel oder Wiedergabelisten kann man seine Musik nun einfach und bequem geniessen. Alternativ über DAB+, ganz ohne nerviges Rauschen wie beim FM-Radio. Es war halt «damals» doch nicht alles besser als heute.

Ein Blick in das Datenblatt verrät: Eine 4 x 50 Watt-Endstufe, die sich mit X-Bass, einem semiparametrischen 3-Band-Equalizer und vorprogrammierten Presets (Rock, Pop, Classic) vermischen lässt, soll für guten Klang sorgen. Nun, wir haben über den Vorverstärker-Ausgang die eigene Endstufe eingesetzt und es hört sich sehr gut an. Weit besser als in einem G-Modell ohne Nachrüst-Lautsprecher in Türen und Hutablage, schön satt bei tiefen Lautstärken, aber ohne Dröhnen und ohne verzerrte Hochtöne.

Das «Pairing» über Bluetooth funktioniert auch problemlos, die Anrufe kommen automatisch über das Radio rein, die Annahme oder das Ablehnen ist einfach möglich und die Sprachqualität ist in Ordnung. Natürlich ist sie bei offenem Dach eingeschränkt, dazu ist das Mikrofon unterhalb des Armaturenbretts unsichtbar befestigt, was auch nicht optimal in der Sprechrichtung des Fahrers liegt. Das ist aber nun mal kein Dailydriver und die Ansprüche sind weit tiefer. Schön, dass es trotzdem klappt.

Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB im Porsche 911 3.2 G-Modell aus dem Jahre 1988

Was bleibt also?
Für mich ist das Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB das ideale Radio für ein G-Modell, wie meinem Porsche 911 Carrera 3.2 Targa mit dem Jahrgang Mitte bis Ende der 1980er-Jahre. Die Optik der späten 80er-Jahre in Verbindung mit der Technik aus den 2020er Jahren. Was will man mehr? Beim Einbau sollten man sich einen erfahrenen Audiospezialisten ins Boot, respektive in den Young- oder Oldtimer holen, denn vielleicht trifft man auf unerwartete Überraschungen, wie in meinem Fall.

Der Preis liegt bei etwa 350 CHF oder 360 Euro.
Produktlink: Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB >>

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12 Kommentar

  1. Hallo Andreas, klasse Beitrag und super Bilder. Bin auch kurz vor der Entscheidung mit das BREMEN DAB Radio zu kaufen. Kannst du mir einen Tipgeben, wo du deine Scheibenklebeantenne „versteckt „. Ich hab den gleichen Wagen als Cabrio.
    Viele Grüsse Jens

    1. Hey Jens, schön zu hören! Wir haben die Klebeantenne unter dem Armaturenbrett provisorisch befestigt und bisher reicht der Empfang für DAB+ aus. Soweit so gut also. Will das Ding nirgend im Sichtfeld oder an der Seitenscheibe haben..

  2. Hallo Andreas,
    ich habe aktuell das gleiche Projekt noch vor mir, auf der Suche nach Tipps zum Einbau des genannten Radios bin ich auf deine Seite gestoßen – eine Frage zum Einbau: Hast du für das neue Radio eine neue Dauerspannungsleitung gezogen oder die am alten Radio (bei mir ein relativ kleiner Querschnitt) verwendet?
    Danke für eine kurze Info,
    Gruß Bernd

    1. Hey Bernd, schön von dir zu hören. Ja, wir haben die neuere Leitung verwendet, die in unserem Falle der Vorbesitzer bereits gezogen hat. Hilft dir das weiter? Viel Erfolg beim Umbau. Herzliche Grüsse, Andreas

  3. Hallo 911-Freunde,
    eine gute Alternative für eine Scheibenantenne ist einen Antennensplitter zu verwenden. Aus FM-Antenne mach = FM & DAB. Den passenden Splitter gibt es ebenfalls bei Blaupunkt.

    1. hallo Hr. Wagner
      guter Hinweis mit dem Antennensplitter. Hatte ich auch schon überlegt. Habe allerdings keine Ahnung ob so ein Splitter an der Original 911 Scheibenantenne (mit Antennendraht in der Windschutzscheibe eingegossen) funktioniert, da diese Originalantenne bereits über einen Antennenverstärker verfügt. Gibts da detailierte Erfahrungen? Gruss Jens

      1. Hallo Jens,
        nach meiner Erfahrung funktioniert ein Splitter nicht mit der original Scheibenantenne im 3.2 Carrera mit Antennenverstärker. Der Verstärker lässt wohl die nötigen Frequenzen nicht durch – da hilft dann auch der Splitter nicht mehr.

  4. Hallo Zusammen
    Habe gestern Abend das Blaupunkt Bremen in ein 930 eingebaut. Mit einem Splitter hatte ich leider keinen Erfolg. Die Splitter sind für passive Antennen. Da mir die Scheibenklebeantenne ebenfalls nicht gefällt, hoffe ich, dass ich dieselbe Stelle unter dem Armaturenbrett finde wie im Beitrag beschrieben.
    Leider passt das Radio nicht so schön in den Radioschacht und steht etwas vor. An der Radiotiefe liegt dies nicht. Denke, dass ich an den Ecken der Radioblende kleine Anpassungen vornehmen muss.
    Ansonsten ist die Optik, wie bereits beschrieben sehr Zeitgemäss und sieht toll aus.
    Beste Grüsse Sandro

  5. Hallo Andreas
    Glückwunsch zum erfolgreichen Einbau des SQR 46. Ich beabsichtige in meinen 911 SC das gleiche Autoradio einzubauen. Wie genau hast du das DAB-Antennenkabel verlegt?
    Beste Grüsse Oliver

    1. Hallo Oliver, wir haben das DAB-Antennenkabel nur unter dem Armaturenbrett befestigt – aus kosmetischen Gründen und weil mein Hauptinput meistens über USB kam. Draussen hat es trotzdem problemlos funktioniert, in der Tiefgarage nicht. Ich weiss, nicht ob dir das weiterhilft, aber wünsche dir auf jeden Fall viel Freude mit deinem 911 SC und dem Upgrade-Radio von Blaupunkt.

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