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Ducati im Lambo-Style

Ducati peppt die neue Diavel 1260 zur kleinen, exklusiven Schwester des extrem exklusiven Lamborghini Siàn auf.

Nicht ganz 25 km liegen die Unternehmenssitze des Töffherstellers Ducati (Borgo Panigale) und Lamborghini (Sant’Agata Bolognese) auseinander. Über die SP568 gelangt man in zwanzig Minuten vom Hochglanz-Gebäude der Luxusauto-Marke vor die Tore der deutlich rustikaleren Fabrik für sportliche Motorräder. Die Gesetze ausser Acht lassend noch deutlich schneller, jedenfalls mit Fahrzeugen wie der Diavel 1260 Lamborghini oder dem Lamborghini Siàn FKP 37.

Buchstäblich naheliegend, dass man die gleiche Sprache spricht. Den Dialekt der Region, aus dem Wörter wie eben Siàn (Bolognesisch für das Licht des Blitzes) oder Diavel (na, das errät man auch so). Ausserdem sind sich die Unternehmen insofern nahe, als sie beide der Audi AG gehören, Teil des Volkswagen-Konzerns.

Nun haben sich «Lambo» und «Duc» für ein Styling-Projekt zusammengetan. Dem ultrastarken und ultrateuren Lamborghini Siàn, von dem 63 Coupés und 19 Roadster gebaut werden, steht neu die auf 630 Exemplare limitierte Ducati Diavel Lamborghini zur Seite.

Ducati tut ja alles, was es tut, eine Portion sportlicher als die Mitbewerber. So auch die Diavel seit 2011, die man aufgrund von Leistung, Fahrwerk und Schräglagenfreiheit durchaus als Sport-Cruiser sehen kann. Lamborghini wiederum ist spezialisiert aufs leistungsmässige und optisch Brachiale. Der bisher brachialste ist der Siàn FKP 37. Aus dem 6,5 l grossen Sauger-V12 kitzeln die Ingenieure 785 cavalli, fürs Sahnehäubchen sorgt ein Elektromotor mit per Superkondensatoren eingespeisten 25 kW. Weshalb der Aufwand? Vermutlich weil man es kann. Der Preis der exklusiven Stücke beträgt 2,5 oder auch 3,5 Mio. Euro, je nach dem, wo man es liest.

Ungleich sozialverträglicher gestaltet Ducati den Preis der Sonder-Diavel. 35’990 Franken sind zwar ebenfalls kein Schnäppchen, dürfte solvente Liebhaber aber kaum abschrecken.

Dafür erhält der Kunde nicht nur die Lambo-Lackierung im speziellen, matt-glänzend schimmernden Grün. An den technischen Eckwerten ändert sich im Vergleich zur Diavel S nichts, doch ist am Sondermodell alles, was an der Serie in Plastik gefertigt ist, in sorgfältig verarbeitetem Carbon. An diversen Ecken werden Lamborghini-Stilelemente aufgenommen. Und echt ein Hingucker sind die gülden lackierten Schmiedefelgen.

Wer schneller beschleunigt? Lamborghini gibt für den Siàn einen, dank Allradantrieb durchaus glaubwürdigen Wert von <2,8 sec von 0-100 km/h an. Die alte Diavel, mit V2 und 153 PS, wurde im Standardsprint in 3,0 sec gemessen. Jetzt, mit auf 162 PS erstarktem Motor, Quickshifter sowie Traktions- und Wheeliekontrolle, dürfte der Power-Cruiser der Flunder aus Sant’Agata wenig bis nichts schenken… Dass das Vierrad dem Zweirad in Sachen Topspeed (rund 350 versus 270 km/h) locker davon zieht, interessiert höchstens auf der Deutschen Autobahn. Noch.

Wer der speziellen, inner-italienischen Freundschaft, noch ein wenig mehr Zeit widmen möchte, findet weitere Einsicht im Erklärvideo.

Ach ja, noch ein Letztes: Warum trägt der Siàn das kryptische Kürzel FKP 37? Die Herleitung ist einfach. Der Code steht für die Initialen und den Jahrgang des 2019 verstorbenen, früheren Volkswagen-Chefs Ferdinand Karl Piëch. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Übernahme von Lamborghini durch Audi vor 22 Jahren.

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