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BMW M2 F87: 2 Jahre Zwischenfazit / Dauertest – Erfahrungen

Über zwei Jahre ist es nun her, seit ich den M2 abgeholt habe. Mittlerweile stehen gut 31’000 km auf dem Tacho und es ist Zeit, die Erfahrungen in ein Zwischenfazit zu packen. Ob der M2 nun weichen muss oder noch ein Weilchen bleibt? Wir werden sehen.

Bisherige Artikel zu meinem BMW M2:
- Tagebuch von der Entscheidungsphase bis zur Abholung
- 6 Monate Zwischenfazit
- 8 Gründe, warum ein BMW M2 ein sehr gutes Winterauto ist

Nach zwei Jahren kehrt Alltag ein, nicht umsonst werden dann viele Fahrzeuge wieder verkauft. Die Lust nach etwas Frischem, Neuen und vielleicht sogar Schnellerem lauert immer gefährlich im Hinterkopf. So auch bei mir, da bin ich ganz ehrlich.

Warum ist der M2 dann noch hier? Er kann halt auch einfach nur 2er Coupé sein und ist für mich die perfekte Ein-Auto-Garage. Im Alltag verzichtet er auf Allüren und lässt alles mit sich machen. Sperrige Gegenstände sind durch die umklappbaren Rücksitze gut zu transportieren, sofern sie durch die Kofferraumlucke passen, der Hund, “Monza“, ein Deutscher Pinscher Welpe, 3 Monate alt, fühlt sich wohl auf der Rückbank, die Bodenfreiheit reicht für viele Arten von steilen Ein- und Abfahrten und mit der nötigen Sorgfalt kann er sogar Waldwege befahren.

Hätte man sich dafür nicht besser einen X3 gekauft? Doch vielleicht, aber ich suchte nach der All-In-One-Lösung (mit leichten Kompromissen) und bin weiterhin begeistert, wie gut, aber stets puristisch, der M2 das meistert.

Klar, der verhältnismässig kurze 6te Gang nervt mit einem hohen Drehzahlniveau und hohem Geräuschpegel auf der Autobahn, der kleine Tank sorgt zusammen mit ordentlichem Durst für viele Tankstopps, aber ich habe über die Jahre und nach sehr vielen Pressetestwagen gelernt: Ein Auto ohne Charakter macht auf die Dauer keinen Spass und Charakter definiert sich nun, zum Teil, halt auch durch negative Aspekte.

Die Spassformel: Je dreckiger der M2, desto mehr Spass hatte man damit.

Soweit so glücklich also? Ja, das kann man so sagen. Natürlich habe ich in den zwei Jahren auch jede Menge sportlicher Extrarunden gedreht und ihn sogar kürzlich auf eine Pässetour entführt: 14 Alpenpässe im Oktober ganz kurz vor Saisonende, 8 der 10 höchsten Alpenpässe der Schweiz, plus den zweihöchsten Pass in den Alpen überhaupt, den Passo dello Stelvio (2757 m ü. M.) in Italien. Perfekt!

Bereust du die Entscheidung auf DKG zu verzichten? Nein, der Purismus mit klassischem Sportwagenlayout (Heckantrieb, Handschalter, Reihensechszylinder, kompakter Aussenmasse) passt perfekt zu Alltag & sportlichen Ausfahrten. Die vielen Testwagen, wovon etwa 95% mit Automatik ausgestattet sind und mein Fahrprofil erlauben es zudem, dass der M2 auch meistens weit weg von Stau und Grossstädten bewegt werden darf.

Sind in den zwei Jahren Probleme oder Garantiearbeiten aufgetaucht? Neben der Einfahrinspektion und der ersten ordentlichen Inspektion, gab es nur einen ausserzyklischen Werkstattbesuch. Nach 1.5 Jahren und 25’000 km sind nervige Quietschgeräusche aus dem Fahrersitz aufgefallen. Laut Internet, ein bekannter Mangel der manuellen Sportsitze in den 1er & 2er Baureihen, laut BMW Niederlassung aber ein Novum bei einem M2. Somit wurde das gesamte Sitzgestell getauscht und gleichzeitig noch ein weiteres Quietschgeräusch der einklappbaren Aussenspiegel beseitigt. Weitere Mängel sind keine aufgetaucht.

Was hast du am BMW verändert? Fast gar nichts. Grösste Veränderung sind wohl die Reifen. Weg vom Continental Sport Contact 3 und hin zum Toyo Proxes Sport.

Der heimliche Preis/Leistungssieger aus dem BMW M2-Reifentest in der SportAuto punktet mit gutem, sportlichem Handling, vernünftigem Grip im Nassen, ohne mit übermässigen Abrollgeräuschen zu nerven, sondern überrascht mit einem fairen Preis.

Ganz klare Kaufempfehlung für diejenigen, die den M2 im Alltag fahren und trotzdem durch eine sportliche Fahrweise einen erhöhten Reifenkonsum (v.a. an der Hinterachse) haben. Dazu fahre ich teilweise mit Performance Bremsbelägen.


Hast du Angst vor dem Wertverlust, auch im Hinblick auf den M2 Competition und den M2 CS? Wer sein Auto lieber fahrend geniesst, als stehend und eine OneMoreLap einer Handwäsche vorzieht, muss mit erheblichem Wertverlust rechnen. Daher ist der M2 abgeschrieben. Der M2 Competition und nun auch der CS sind fantastische Autos, allerdings wird, meiner Meinung nach, ein klassischer M2 in Launchfarbe mit puristischer Ausstattung in einigen Jahren nachgefragt sein, wenn auch nicht so legendär wie ein 1er M Coupé.

Wo liegt dein Verbrauch und die allgemeinen Kosten? Mein Verbrauch liegt gemischt über die letzten 5’000 km bei 9,7 Liter Super Plus. Das umfasst in etwa 80% normale Alltagsfahrten, oft Kurzstrecken und auch einige sportliche Eskapaden. Ich zahle für meine Vollkaskoversicherung (Bonusschutz, Neuwertversicherung, Parkschaden, Grobfahrlässigkeit und mehr) CHF 1’837.70 jährlich. Sommerreifen ersetze ich mindestens zwei Stück einmal jährlich. Strafzettel: bisher 0 CHF.

Wie geht es nun weiter? Bleibt der M2? Ja der M2 bleibt. Oft gerät er sogar etwas in Vergessenheit, weil die Testwagen viel Aufmerksamkeit bekommen und der M2 dann eher nur Beigemüse ist und seltener auf einen Roadtrip entführt wird. Memo an mich: Das darf sich ruhig noch ändern. Manchmal regt sich aber auch der Wunsch nach einem komfortableren Alltagsauto, welches mit einem (Luft-)Fahrwerk, Automatik, einem Abstandhaltetempomaten und weiteren Annehmlichkeiten einen guten Konterpart zum M2 darstellt und zur Folge hätte, dass der M2 weniger Waldwege, Dreck und Alltagskurzstrecken erleben müsste.

Was könnte da gut passen? Ich freue mich auf eure Kommentare..
(Disclaimer: Der BMW M2 ist mein Eigentum und keine Leihgabe von BMW.)

1 Kommentar

  1. Hallo mein Lieber,
    zur Frage nach dem Alltagsauto: mein Daily ist ein Audi A3. Kann außer dem Luftfahrwerk alles Extras die du dir wünschst besitzen (und noch viele mehr), ist als junger Gebrauchter für mich Preis-/Leistungssieger (im Vergleich zu anderen deutschen Kompakten), und (aus meiner Sicht) auch echt günstig zu unterhalten. Für etwas mehr Differenzierung zu deinem 2er könnte es ja dann auch ein SUV der Kompaktklasse sein. Mein A3 bringt mich dabei gute 35.000 km pro Jahr sehr günstig von A nach B, und ist auch trotz nur 150 Diesel PS völlig ausreichend für das Pendeln, Einkaufen und im Stau stehen. Wenn er mal einen Kratzer oder eine Beule bekommt zerstört es mir auch nicht mehr die Seele.
    Und immer, wenn mir danach ist, hole ich meinen TT RS Roadster (8j) raus und genieße Sonne und 5 Zylinder Sound. Das ist dann jedesmal etwas Besonderes, hat fast schon was von Belohnung an sich.
    Was die Kosten angeht: beide Autos zusammen haben in etwa die gleichen Fixkosten wie das Mittelklasse Coupe, das ich zuvor als einziges Auto gefahren bin. Funktioniert natürlich nur, wenn man dann beim Daily etwas Kompromisse eingeht.

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