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Fahrbericht: BMW X5 M50d G05

Der neue X5 M50d G05 im Fahrbericht – sind wir so begeistert wie damals vom M550d Touring? Das und mehr finden wir nun heraus.

Der neue X5. Ein noch besserer Spagat aus Praktikabilität, Luxus und Prestige, gewürzt mit etwas M-Performance? Kann das gut gehen? Bisher wurden 2,2 Millionen Exemplare des X5 verkauft und der Druck auf das neue Modell ist gross.

Es ist ein früher Mittwochabend. Wir steigen ein und starten das Quadturbo-Dieselaggregat. Wie beim M550d arbeiten vier Turbolader für uns und helfen mit, dass der Output bei 400 PS und 760 Nm Drehmoment liegt. Das Datenblatt verrät, dass so der Standartsprint in 5,2 Sekunden abläuft und die Höchstgeschwindigkeit bei 250 km/h abgeriegelt ist.

Was steckt da dahinter? Zwei Hochdruck- und zwei Niederdrucklader sorgen dafür, dass bereits im unteren Drehzahlbereich besonders schnell Ladedruck aufgebaut wird. In normalen Fahrsituationen sind sowohl die beiden Turbolader der Niederdruckstufe als auch einer der beiden Hochdrucklader permanent aktiv. Der zweite Hochdruckturbolader wird erst bei Motordrehzahlen von mehr als 2.500 Umdrehungen angetrieben.

Bei hoher Lastanforderung aus dem Leerlauf werden kurzfristig die beiden Niederdruckturbolader mittels Klappensteuerung umgangen, um auf diese Weise noch spontaner einen maximalen Ladedruck zu erzeugen. Der Wirkungsgrad des Aufladesystems wird durch eine Abgasrückführung optimiert, die sowohl auf die Hochdruck- als auch auf die Niederdruckstufe wirkt.

Das Problem beim X5: Der Motor wirkt durch die schiere Grösse, die Aerodynamik und das Gewicht etwas gehemmt im Vergleich zum M550d damals. Hat man allerdings diesen Vergleich nicht, wird der Motor mit viel Durchzug begeistern.

Die 8-Gang-Automatik arbeitet perfekt dazu und sorgt für das richtige Flair, ob sportlich oder komfortabel. Die serienmässige M Sportbremse bringt das grosse Ungetüm auch in nützlicher Distanz zum Stillstand. Die Allradlenkung reduziert das Gefühl von Grösse etwas und gefällt.

Wir fahren dazu etwas ins Grüne, setzen uns auf die zweigeteilte (nun komplett-elektrische) Heckklappe und beobachten das Abendrot. Will der X5 wirklich Sportler sein? Nein. Nicht wirklich. Er ist ein fantastisches Auto, aber kein Sportler. Aber wir müssen weiter im Text und euch die sportlichen Zutaten aufzählen.

So zum Beispiel das M Sportdifferenzial, welches mit der intelligenten Verteilung des Antriebsmoments zwischen den Hinterrädern die Traktion und Fahrstabilität optimiert. Leider hatten wir zu wenig Vertrauen um das wirklich auszuloten. Warum? Das folgt nun als nächster Punkt.

Jetzt das grosse «Aber». BMW hat als Neuheit für die G05-Baureihe ihres X5 eine neue 2-Achs-Luftfederung vorgestellt. Leider findet diese optional auch ihren Weg in den M50d, wo sie leider ohne Wankstabilisierung masslos enttäuscht und wankt wie ein Fischkutter mit Schlagseite. Warum man diese überhaupt für den M50d ordern kann, ist wirklich fraglich. Die bessere Lösung: Das optionale «adaptive M Fahrwerk Professional» mit Wankstabilisierung und Integral-Aktivlenkung.

Aber da ist nun auch der Punkt, der uns stutzig macht. Hat BMW nun dem X5 einfach eine Luftfederung spendiert, um im Datenvergleich neben Q7, Cayenne und GLE nicht aus dem Raster zu fallen? Warum ist die Luftfederung dann aber meilenweit von der Dynamik der Luftfederung (mit Wankstabi) aus dem Cayenne entfernt? Man weiss es nicht. Komfort kann sie allerdings sehr gut, was dafür gesorgt hat, dass ich zu 90% der Zeit immer in «Comfort» umhergegondelt bin, was in einem X5 30d genauso gut vonstatten gehen würde.

Kurzer Aussencheck. Der neue X5 ist mächtig und macht keinen Hehl daraus. Grosse Niere, Tagfahrlichter (sofern man nicht das Laserlicht wählt) die sehr grimmig gucken und grosse 22 Zoll Leichtmetallfelgen. Im Gegensatz zum X7 gefällt er mir allerdings ausgesprochen gut, besonders im M-Performance Kleid.

Er hat nun einen längeren Radstand (+42mm), eine grössere Gesamtlänge (+36mm) und auch mehr Breite (+66mm). Der X5 ist nun mit 2.04 Meter so breit, dass er auf der Dauerbaustelle zwischen Zürich und dem Gubrist nicht mehr auf der linken Spur fahren dürfte, denn in der Schweiz sind in Baustellen auf der Überholspur oft nur Fahrzeuge bis 2 Meter Breite (ohne Spiegel) erlaubt.

Doch das Highlight folgt im Innenraum. Das langgestreckte Armaturenbrett mit Glas- und Galvanikbedienelementen, eingefasst in der Edelholzausführung Pappel Maser in Anthrazit und mit wenig Klavierlack gefällt sehr. Die Verarbeitung ist sehr gelungen und die Materialwahl überzeugt durchgehend. Die Sitze bieten besten Langstreckenkomfort und sind mit ihren anschmiegsamen Kopfkissen mein Lieblingsgestühl für Fahrzeuge, die nicht dem Sportwagensektor zuzuordnen sind.

Optionale Details wie die Akustikverglasung Sitzbelüftung vorne, der Getränkehalter mit Kühl- und Heizfunktion oder die Beduftung sind der Oberklasse entsprechend. Nur das Panorama-Glasdach «Sky Lounge» mit 15’000 integrierten Lichtelementen, die sich in 6 Farben ändern lassen, erinnert mehr an einen schlechten, fernöstlichen Saunaclub als an einen sportlichen X5. Das normale Panorama-Dach ist die bessere Wahl.

Was bleibt also?
Der X5 ist ein gelungenes Fahrzeug und gefällt sehr. Doch er wirkt als M50d mit der Luftfederung etwas schizophren. Sehr komfortabel, aber weit hinter der Kurvendynamik der Konkurrenz zurück. Dafür punktet der Motor, doch den kann man auch im noch dynamischeren M550d Touring haben. Für uns wäre der Fall also klar. Entweder X5 30d als entspannten Gleiter mit Luftfederung oder M550d Touring als Power-Langstreckenbomber.

Der Verbrauch lag im Schnitt bei 8,4 Liter Diesel / 100 km. Der Basispreis für den X5 M50d liegt bei CHF 110’000, unser Testwagen in “Carbonschwarz Metallic” mit optionaler Ausstattung bei CHF 146’870.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Saphirschwarz Metallic, 22″ LM-Räder V-Speiche 747 M Bicolor MB, Sonnenschutzverglasung, Entfall Modellschriftzug, BMW Individual Hochglanz Shadow Line mit erweiterten Umfängen, Glasapplikation ‘CraftedClarity’ für Interieurelemente, BMW Individual Volllederausstattung ‘Merino’ Coffee (SW), Interieurleisten Aluminium Tetragon

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1 Kommentar

  1. Super Statement! Leider gefällt mir die neuen G Serien immer weniger. Die F Serien waren schon eine Macht. Interessant, wenn man den X5 in Echt sieht, sieht es meiner Meinung schmaler aus als der alte X5. BMW hat da ordentlich vergrössert. Thumbs up!!

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