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Fahrbericht: BMW X3 M Competition

Wem der BMW X3 M40i und auch der X3 M noch nicht reicht, dafür hält BMW noch den BMW X3 M Competition bereit. Overkill oder genau richtig? Das und mehr schauen wir uns genauer an. Einsteigen und los.

Bevor wir einsteigen werfen wir einen kurzen Blick unter die Haube. Warum? Der X3 M Competition verfügt als erstes Fahrzeug (zusammen mit dem X4 M) über den neuen S55-Nachfolger „BMW S58-Motor“. Später werden wir dieses Triebwerk auch im M3 / M4 sehen, vielleicht auch mal in einem zukünftigen M2 oder Z4 M.

Die jüngste Ausführung der M TwinPower Turbo Technologie umfasst zwei nach dem Mono-Scroll-Prinzip agierende Turbolader, die die Zylinder 1 bis 3 beziehungsweise 4 bis 6 mit komprimierter Luft versorgen. Dabei wird die Leistungsausbeute durch weiterentwickelte Verdichter und eine indirekte, von einem Niedertemperatur-Kreislauf versorgte Ladeluftkühlung optimiert.

Die ebenfalls weiterentwickelte Benzin-Direkteinspritzung High Precision Injection ermöglicht mit einem von 200 auf 350 bar gesteigerten maximalen Einspritzdruck eine besonders effiziente Gemischaufbereitung.

Sein maximales Drehmoment von 600 Nm hält der Motor des BMW X3 M Competition zwischen 2’600 und 5’950 U/min zur Verfügung. Bei 6’250 U/min erreicht er seine Höchstleistung von 510 PS. Der Begrenzer wartet kurz danach bei 7’200 U/min.

Den Spurt von null auf 100 km/h absolviert er in 4,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf jeweils 250 km/h begrenzt. In Verbindung mit dem optionalen M Driver’s Package wird dieses Limit auf 285 km/h für die Competition Modelle angehoben.

So viel zur Theorie, nun aber rein und los. Den Startknopf gedrückt, meldet sich der Motor zum Dienst. Nicht stimmgewaltig, aber präsent. Die Wohnsiedlung ist kurz später verlassen, die kurvigen Landstrassen liegen vor uns. Erster Eindruck: Das Fahrzeug fühlt sich im Vergleich zu den anderen X3, die wir bisher testen durften (M40i / 30d), unglaublich steif an, fast wie aus einem Stein gemeisselt.

Die Komponenten und den Allrad auf sportlich eingestellt, fliegt man von Kurve zu Kurve. Hart anbremsen, Einlenken, Beschleunigen, den heckbetonten Allradantrieb spüren und schon ist man bereits wieder kurz vor der nächsten Kurvenpassage.

Der Auspuff versprüht kein Spektakel, die Emotionen kommen aus der Fahrperformance. Die Agilität ist gut für ein SUV, das Einlenken beeindruckend, die Steifigkeit spürt man in jeder Bewegung. Natürlich weiterhin deutlich schlechter als bei einem Kombi / Limousine / Coupé. Konzeptbedingt, hoher Schwerpunkt, sollte eigentlich klar sein.

Der X3 M Competition fährt allerdings wirklich gut, zwar angestrengt, immer auf zack und sehr präzise bis an den Grenzbereich. Um das zu erfahren muss man ihn richtig zügig bewegen, mindestens bei 70%, eher bei über 80%. Wird das der zukünftige X3 M Competition-Besitzer oftmals machen? Werden wir sogar X3 M Competition Modelle auf Rennstrecken sehen? Ich denke eher nicht.

Zurück in den Alltag also. Nun, auch im tagtäglichen Einsatz geht der Motor wie die Hölle, ist kein Brüllermann aber unglaublich effektiv und leider selbst im normalen Gebrauch im Stadtverkehr und auf Schweizer Autobahnen überdurchschnittlich durstig, auch wenn da nie die volle Leistung abgerufen wird.

Der X3 M Competition Fahrer wird das aber in Kauf nehmen, denn nicht ohne Grund wählt er ja das Competition Paket dazu. Auch die knochentrockene Federung nervt im Alltag sehr schnell, doch auch das will der Competition-Käufer wohl so spüren. Für viele Käufer ist suggerierte Sportlichkeit durch schwergängige Lenkungen und harte Dämpfersetups wohl noch immer erstrebenswert.

Lassen wir also diese Klientel in seinem Glauben und kümmern uns um die weiteren Zutaten im X3 M Competition. Sehr gut gefallen haben uns die serienmässigen M Compound Bremsen. Mit Vier-Kolben-Festsattelbremsen vorn und Ein-Kolben-Faustsattelbremsen an den Hinterrädern gewährleistet sie kräftig zupackende Verzögerungsleistungen.

Die gelochten und innenbelüfteten Scheiben weisen an den Vorderrädern einen Durchmesser von 395 Millimeter und an den Hinterrädern eine Grösse von 370 Millimeter auf. Interessant: Bei der aus dem Rennsport adaptierten Compound-Bauweise werden die Grauguss-Bremsscheiben mit Aluminium-Töpfen verbunden. Diese Bauweise verhilft der Bremsanlage zu einer präzisen Dosierbarkeit, einem geringen Gewicht und einer erhöhten thermischen Standfestigkeit.

Eine kleine Pause lädt zu einem Optikcheck ein. Der X3 gefällt, egal ob als M40i oder wie hier als X3 M Competition. Wunderbare Proportionen, klassischere BMW-Heckleuchten als bei den X4 / 3er und X6 Modellen, aber ohne unhandlich gross zu sein. Die geschärften X3 M und X3 M Competition erkennt man an grossen Lufteinlässen und der aerodynamisch optimierten Schürze mit schwarzen M typischen Doppelstegen. Bei den Competition Modellen ist ausserdem der Rahmen der BMW Niere in Schwarz hochglänzend gehalten. Von einem Carbondach fehlt jedoch jede Spur, das sagt ja auch vieles aus..

Die Neugestaltung der Aussenspiegel kommt der Reduzierung des Luftwiderstands zugute. Modellspezifische Diffusor-Optiken und die rechts und links davon angeordneten Endrohrpaare der Abgasanlage kennzeichnen die eigenständig gestaltete Heckschürze, während oben ein grosser Dachspoiler thront. Anstelle von schwarzen Karosserieabschlüssen bei den zivileren X3 sind beim M neben der Front und der Heckschürze auch die Einfassungen der Radhäuser sowie die Seitenschwellerkanten vollständig in Wagenfarbe lackiert.

Die Serienausstattung des BMW X3 M Competition umfasst M Sportsitze in der erweiterten Lederausstattung «Merino», die bei uns in der Variante Tartufo / Schwarz verbaut war. So wirkt das Cockpit nochmals hochwertiger als schon im M40i.

Die M typische Cockpitgestaltung umfasst darüber hinaus unter anderem ein M spezifisches Instrumentenkombi, ein M Lederlenkrad und einen neugestalteten M Gangwahlschalter. Die klassischen Rundinstrumente kommen in der Black-Panel-Technologie daher und sind weit klassischer, übersichtlicher und schöner als die neuen Tacho-Darstellungen von 3er, 1er und co.

Das M spezifische Konzept für die Bedienung der Antriebs- und Fahrwerkssysteme bietet noch individuellere Möglichkeiten, wie der Fahrer die Konfiguration der Fahrzeugeinstellungen vornehmen will. Somit ist man nicht nur an die vordefinierten Modi wie Sport oder Sport+ gebunden, sondern kann diese individuell zusammenstellen. Zwei Gesamt-Setups lassen sich abspeichern und über zwei rote Lenkradtasten abrufen, wie wir es bereits aus dem M5 kennen. Sehr cool!

Nicht immer selbstverständlich in einem M Fahrzeug ist auch die Palette an Fahrerassistenzsystemen, doch im X3 sind nun viele Assistenten serienmässig oder optional erhältlich. Die Serienausstattung umfasst eine Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion sowie die Auffahr- und Personenwarnung mit City- Bremsfunktion. Optional sind die Aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion und Abstandsinformation sowie der Driving Assistant einschliesslich Speed Limit Info mit Überholverbotsanzeige, Querverkehrswarnung hinten, Prävention Heckkollision, Spurwechsel- und Spurverlassenswarnung erhältlich.

Noch umfassendere Unterstützung bietet der optionale Driving Assistant Plus, der optionale Parking Assistant und der optionale Parking Assistant Plus.

Was bleibt also?
Der X3 M Competition gefällt, doch irgendwie sind die richtigen Zutaten noch in der falschen Karrosserieform. Ich vermisse die Lässigkeit eines F-Pace SVR im Alltag, ein Carbondach und emotionalen Auspuffklang. Wer ihn immer richtig schnell fährt, wird glücklich. Im Alltag nervt er jedoch mit seiner Angestrengtheit, unkomfortablen Federung und den übertriebenen Trinksitten.

Der Verbrauch lag im Schnitt bei 12,7 Liter Benzin / 100 km. Der Basispreis für den BMW X3 M liegt bei CHF 99’900, unser Testwagen mit optionalen Ausstattungen in der Aussenlackierung “Phytonicblau” liegt bei CHF 130’340.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp:
Aussenfarbe «Phytonicblau», 21″ M LMR V-Speiche 765 M Bicolor Schwarz / MB, Intérieurleisten Carbon Fibre, Entfall Modellschriftzug, BMW Individual Hochglanz Shadow Line mit erweiterten Umfängen, Sonnenschutzverglasung

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