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Fahrbericht: BMW X3 M40i G01 OPF

Starten wir in diesen Fahrbericht mit einem kleinen Rückblick zum kürzlich getetsten X3 30d. Unser Fazit damals: Ein sehr guter Allrounder, es gab nicht viel zu meckern.

Nun stehen wir vor dem X3 M40i, laut BMW, dem optimalen Spagat zwischen dem zivilen X3 und dem kommenden X3 M. Schauen wir uns das doch etwas genauer an.

Erstmals bietet BMW mit einem X3 M40i (und auch M40d) eine Alternative zu Audi SQ5, Porsche Macan S oder Mercedes-Benz GLC 43 AMG. Also rein in die gute Stube und los. Der BMW startet per Knopfdruck und sein Reihensechszylinder meldet sich zu Wort.

Akustisch präsent durch ein sonores Röcheln, starten wir im normalen Modus auf unsere Testfahrt. Schon früh fällt auf: Das Triebwerk im X3 M40i ist selbst im «Comfort»-Modus akustisch präsent und will seine antrainierten Muskeln nicht verbergen.

Im G01 als X3 M40i schlummert der bekannte TwinPower Turbo Reihensechszylindermotor, den wir auch schon z.B. im BMW M140i kennenlernen durften. Obwohl sein Name, durch viel Marketing, auf zwei Turbolader hindeutet, verfügt er tatsächlich nur über einen Turbolader.

Er leistet hier 353 PS und ein maximales Drehmoment von 500 Nm. Somit sehen wir ein Plus von 47 PS und 100 Nm im Vergleich zum bisher stärksten X3 (35i). Für das Protokoll: 0-100 km/h dauert 4,8 Sekunden.

Fahrdynamik-Schalter auf Sport+ und wir widmen uns einigen Kurven. Was fällt auf? Die Kraftverteilung des xDrive-Allrad ist in diesem Modus sehr hecklastig und lässt das geliebte «heckgetriebene» Herausbeschleunigen aus Kurven aufkommen.

Der Motor will ausgedreht werden. Langes Drehzahlband, gleichmässige Kraftentfaltung, netter Klang (wenn auch künstlich verstärkt im Innenraum). Im Vergleich zum kürzlich getesteten 43er AMG Triebwerk mit Biturbo, sehen wir zwei ganz verschiedene Konzepte.

Es ist Kritik auf hohem Level, aber ein Biturbo mit kräftigem Punch aus tiefen Drehzahlen und etwas Einbussen «obenrum» stünde dem X3 noch besser als eine Drehorgel, die immer und immer wieder durchs ganze Drehzahlband gezogen werden will, bis sie das schwere SUV auf die Wunschgeschwindigkeit gebracht hat.

Und dann wäre noch unser Freund der OPF. Ausgeschrieben Ottopartikelfilter. Eine pflichtgewordene Einrichtung, die Abgase weiter reduzieren soll. Leider hemmt die Pflicht zum OPF aber auch die Leistung um 7 PS (Markteinführung: 360 PS, jetzt mit OPF: 353 PS) und noch schlimmer: Auch der Klang wird immens reduziert.

Videos mit M40i ohne OPF zeigen schönes Bollern und ein leichtes Schiessen beim Herunterschalten. Leider bleibt uns davon nur ein etwas dünner, aber sauberer Reihensechser-Klang. Eine Schweigeminute bitte.

Und was ist mit dem Rest? Fahrwerk, Lenkung, Bremsen? Das adaptive M Sportfahrwerk kann einen ordentlichen Spagat zwischen Sport und Komfort. Einen noch grösseren Spagat kennen wir von Fahrzeugen mit Luftfahrwerk (z.B. Macan GTS) und auch das leichte Nicken und Neigen könnte BMW mit einem intelligenten Wankstabilisator ausgleichen. Leider kommen diese Technologien vorerst nur bei den grösseren Brüdern X5 und 7er zum Einsatz.

Jedoch fährt er sich gut, lenkt zügig ein, dämpft ordentlich und vermittelt genug «Sportsflair» für den Familienvater, dem der 30d zu emotionslos ist. Auch die Lenkung ist direkt, nicht nervös aber lässt in Sachen Sportlichkeit und Feedback, wie das Fahrwerk, noch Raum nach oben für den kommenden X3 M.

Der M40i kommt serienmässig mit dem M Aerodynamikpaket. An Front, Seite und Heck kommen eigenständige, in Wagenfarbe lackierte Stossstangen und Schweller zum Einsatz. Ein dunkler Heckdiffusoreinsatz finden wir am Heck, während einige Designelemente und Anbauteile in Grau hervorgehoben werden.

Interessant am neuen X3, egal ob 30d oder M40i: Obwohl die Grösse fast gleichgeblieben ist (selbe Höhe, 51mm länger, 1mm breiter), hat die Präsenz im Strassenverkehr extrem zugelegt. Die Front wirkt bulliger, grösser und erinnert schon sehr an den X5.

Innen fühlen wir uns sehr wohl. Die Sportsitze mit den eingenähten M-Farben sind sportlich und komfortabel. Lehnenbreite und Sitzlänge sowie die Lehnen- und Sitzneigung sind individuell einstellbar. Die Verarbeitung ist gut, das iDrive noch immer unser liebstes Infotainmentsystem und die Rundumsicht, dank der 3D Kamera, ebenfalls makellos.

Mit dem optionalen «Driving Assistant Plus» hilft der BMW uns mit diversen Assistenten durch den Strassenverkehr und erhöht den Komfort auf monotonen Etappen. Interessant dabei: Während Mercedes-Benz und Audi bei aktiviertem Tempomat neue Änderungen der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit direkt übernehmen, schlägt der BMW das nur dezent vor und der Fahrer kann die Änderung mit einem einfachen Tastendruck bestätigen oder ablehnen.

Schön, dass wenigstens BMW auch mit den modernen Assistenzsystemen den Fahrer weiterhin im Mittelpunkt zu halten versucht.

Was bleibt also? Der X3 M40i ist ein netter Kontrast zu Macan S, GLC 43 und SQ5. Nicht überall kann er mit seinen Konkurrenten mithalten, schafft jedoch über typische BMW-Attribute, wie seinem drehfreudigen Motor, feinem Reihensechszylinder-Klang, einem fantastischen Getriebe und seinem netten Interieur, sich zu differenzieren und seinen eigenen Charakter zu wahren.

Der Basispreis für den X3 M40i liegt bei CHF 85’300, unser Testwagen in “Alpinweiss 3” lag mit optionaler Ausstattung bei CHF 106’100. Der Verbrauch lag im sportlichen Schnitt bei 11.4 Liter / 100 km.

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp zur Optik:
Aussenfarbe Glaciersilber Metallic, 21″ LM-Räder Doppelspeiche 718 M, Sonnenschutzverglasung, Entfall Modellschriftzug, BMW Individual Hochglanz Shadow Line

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