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CUPRA Formentor VZ5 (5-Zylinder)

Der Audi-Fünfzylinder mit dem Namen «Audi EA 855 Evo» feiert eine Premiere. Zum ersten Mal darf er ausserhalb eines Audi-Modells werkeln. Das ist natürlich Grund genug, den CUPRA Formentor mit dem Beinamen «VZ5» genauer anzuschauen. Einsteigen und los.

Der Formentor mit Audi-Herz lässt seinen Fahrer ab Motorstart spüren, dass er sich deutlich von den nicht-limitierten Modellen unterscheidet. Wir sprechen dann gerne von «Charakter», genauer der Transformation von einem Vierzylinder zu einem Fünfzylinder, die das Fahrerlebnis so sehr verbessern kann. Die Motortechnologie, also ob Turbo, Sauger, Kompressor, Anzahl Zylinder und ob Reihe, V oder Boxer, war bisher für viele Fahrzeuge ein Alleinstellungsmerkmal, die wir in Zeiten der E-Mobilität schmerzlich vermissen werden.

Schauen wir kurz ins Datenblatt: Wir haben einen 2.5-TSI 5-Zylinder Motor mit 390 PS und 480 Newtonmetern, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit (elektronisch abgeregelt), dazu neue 375 Millimeter grosse Bremsscheiben von Akebono und das alles kommt in einer limitierten Auflage von 7’000 Fahrzeugen.

Also starten wir auf unsere Testrunde. Im individuellen Modus schalten wir das DCC (Fahrwerkshärte) ganz nach links, noch komfortabler als der Punkt «Comfort» es wäre, den Rest schärfen wir leicht an, jeweils auf Sport oder Cupra. So verhält sich der Formentor VZ5 angemessen sportlich, mit schönem Federungskomfort, der auch für den Alltag absolut hinnehmbar komfortabel ist.

Alle Komponenten auf Temperatur gebracht, kommt der Wechsel in den Cupra Modus. Die Kurven werden anspruchsvoller, der Formentor liefert. Präzise lenkt er ein, schiebt angenehm dynamisch aus der Kurve, immer untermalt von der Fünfzylinder-Melodie. Geht man vor der Kurve von 100% Gaspedalstellung bei tiefer Drehzahl vom Gas, kann man dem Triebwerk ein schönes Turbozischen entlocken.

Grund dafür? Im VZ5 schlummert eine nochmals verbreiterte Spur und dazu eine Tieferlegung um nochmals 10mm gegenüber dem bereits tiefergelegten CUPRA Formentor VZ mit 310 PS. Dazu gibt es auch den Torque-Splitter, den wir bereits aus RS 3 und Golf R kennen, der elektro-hydraulisch die Kraft des Motors über zwei unabhängige Kupplungen variabel an die beiden Hinterräder verteilt.

Nun. Ich musste während meinen Testtagen mit dem Formentor VZ5 immer wieder an den kürzlich getesteten Macan GTS denken. Preislich zwar fast Faktor zwei, ist für mich der Formentor VZ5 in Sachen Charakter und Emotionen beim Fahren sehr nahe am Zuffenhausener. Er schafft es, dasselbe den Piloten, ganz ähnlich wie der Macan, stets zu kitzeln, ob man nicht doch schneller fahren möchte.

Das schaffen sonst nur die wirklich guten Hot-Hatches und hier sprechen wir immerhin über Crossover-SUV, respektive Kompakt-SUV. Die Parallelen sind nicht wegzudiskutieren, beide sind kompakt, emotional und sportlich motorisiert, mit dem 7-Gang-DSG ausgestattet und bieten eine gute Spreizung zwischen Komfort und Sport.

Der Fünfzylinder-Formentor gibt den jungen Wilden, mit Driftmodus und wilden Lackierungen und präsentem, aber sauberen Fünfzylinder-Klang der vierflutigen kupferfarbenen Abgasanlage. Die Rohre der Abgasanlage sind leicht versetzt übereinander angeordnet, wie damals im Lexus IS F, ein schönes Alleinstellungsmerkmal. Spannend: Der Fünfzylinder will nicht schaltfaul im Drehzahlkeller bewegt werden, da ist unauffällig, fast etwas widerwillig in seiner Leistungsentfaltung und wirkt gehemmt.

Erst wenn man ihn höher dreht, fällt die Leistung sprichwörtlich über die Achsen her. Mir gefällt das, weil jeder Brot-und-Butter Motor (der 2.0 TSI aus dem 310-PS Cupra eingenommen) tendenziell genau das Gegenteil macht und dieses Verhalten massgeblich zur gesteigerten Sensation im VZ5 beiträgt.

Optisch erkennt man den Extra-Zylinder an verschiedenen Details: Die Motorhaube verfügt über ausgestellte Linien, dazu ist der Kühlerrahmen in Schwarz Matt lackiert. Die seitlichen Frontsplitter sind beim VZ5 aus Carbon, leiten die Luft in die Ladeluftkühler und verbessern gleichzeitig den Abtrieb. Die 20-Zoll-Leichtmetallräder in Kupferoptik im speziellen VZ5 Design sind ebenfalls ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Doch damit nicht genug. Hinten gibt es einen speziell entwickelten Heckdiffusor aus Carbonfaser und die bereits erwähnten, zwei diagonal übereinander angeordneten Doppelendrohre. Farblich gibt es eine Sonderfarbe für den VZ5, ein mattes Sandbeige, dass sich „Taiga Grau“ nennt. Zusätzlich wird der CUPRA Formentor VZ5 auch in den bekannten Farbtönen Midnight Schwarz, Magnetic Grau Matt und Petrol Blau Matt erhältlich sein. Unser Testwagen kam in der Farbe „Magnetic Grau Matt“ zu uns.

Interessant dabei, welche Kombinationen der Schweizer CUPRA Konfigurator vorschlägt: Wer blaues Leder im Innenraum will, muss auch den Aussenlack in Matt Blau wählen und wer die Aussenhaut in Matt Blau möchte, muss auch das Leder im Innenraum im selben Farbton ordern.

Im Innenraum müssen wir zuerst die „CUPRA CUPBucket Sportschalensitze“ loben. Diese sind in Zusammenarbeit mit Sabelt entstanden und nicht exklusiv für den VZ5, aber trotzdem zum ersten Mal bei uns im Test und absolut überzeugend. Gekühlt, beheizt, mit viel Kohlefaser, Die beiden Rennfahrer Jordi Gené und Mattias Ekström haben mit ihrer Expertenmeinung dafür gesorgt, dass Design, Funktionalität und Feeling für alle Körpergrössen (und Formen) ausgezeichnet passen und das kann man so unterschreiben.

Diese Sitze sind in dieser Klasse Fahrzeug und Preisklasse der neue Benchmark. Weiter finden wir einige Kupferelemente, aber nur ein VZ5 Logo auf den Bodenteppichen. Das VZ5-Feeling im Interieur ist leider etwas schwach ausgefallen. Wir hätten gerne Spielereien wie eine Fünfzylinder-Animation im digitalen Tacho gesehen oder die Verwendung der besonderen Zündfolge 1-2-4-5-3, die für den charakterstarken Klang mitverantwortlich ist. Verarbeitung und Materialwahl sind in Ordnung, aber für die Preisklasse des „normalen“ 310-PS Formentor.

Was bleibt also?
Fünfzylinder können Autos transformieren, so auch hier. Der Formentor hat die besondere Ehre, das erste Auto mit diesem tollen Motor von Audi ausserhalb des Audi-Portfolios zu sein. Lieber hätten wir mit diesem Motor natürlich das Sportwagendebüt der Sportmarke „CUPRA“ gesehen, aber auch im Formentor VZ5 verfehlt er nicht sein Ziel, das Fahrerlebnis mittels Mehrleistung, Charakter und Charme deutlich zu steigern. Der Rest des Paketes wurde entsprechend verfeinert, tolles Fahrwerk, fantastische Sitze, nur einige fehlende Details im Interieur müssen wir notieren. Gegenüber dem RS Q3 eine interessante, junge und rebellische Alternative. Kauftipp? Absolut.

Der Verbrauch lag im Schnitt bei 12.2 Liter Benzin/100km. Der Basispreis für den CUPRA Formentor VZ5 liegt bei CHF 72’300.- Unser Testwagen mit optionalen Ausstattungen in der Aussenlackierung ”Magnetic Grau Metallic” liegt bei CHF 79’338.-

Der OneMoreLap-Konfigurationstipp:
Aussenfarbe «Petrol Blue Matt», CUPRA CUPBucket Sportschalensitze in Leder „Petrol Blue“, Alufelgen 8.5J X 20″, „EXCLUSIVE“ Machined in Black / Copper (255/35 R20)

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